Edeka umwirbt Absolventen

von Redaktion LZ
Donnerstag, 01. April 2010
LZ|NET. Erstmals seit zehn Jahren bietet die Edeka wieder ein Traineeprogramm an. Mit hochqualifizierten Absolventen will die Gruppe ihren Wachstumsprozess auch personell absichern.


Mit diesem Ansturm hatte die Edeka nicht gerechnet, als sie vor einigen Monaten die Stellen ausschrieb. An Universitäten und Fachhochschulen hatte sie für ihr neues Traineeprogramm geworben. Gesucht waren junge Leute mit Affinität zum Handel und einem akademischen Abschluss, bevorzugt in Wirtschaftswissenschaften. Aber auch Sozial- und Geisteswissenschaftler hatten eine Chance. 852 Bewerber meldeten Interesse an. Zehn erhielten letztendlich einen Vertrag.

Nach erfolgreichem Assessment-Center begannen die Auserwählten im Oktober 2009 mit dem Traineeprogramm in der Hamburger Zentrale. Inzwischen haben alle ihre Probezeit bestanden. Nun gehen einige in die regionalen Großhandlungen. Andere starten mit der Praxisphase im Einzelhandel. Zwei aus der Gruppe schnuppern in etwas entferntere, aber nicht minder spannende Bereiche hinein. So bricht ein Trainee zur Niederlassung des Edeka-Fruchtkontors ins spanische Valencia auf, der andere zur Blumen-Großhandlung nach Lüllingen nahe der dänischen Grenze.

Wachstumsprozess Grund für neues Traineeprogramm

Erstmals seit einem Jahrzehnt Abstinenz hat Edeka wieder ein Traineeprogramm für Hochschulabsolventen aufgelegt. Das Unternehmen begründet diese Entscheidung mit seinem Wachstumsprozess der vergangenen Jahre. "Wir brauchen sehr qualifizierte Nachwuchskräfte, denn die Edeka-Zentrale bündelt das Know-how für die gesamte Gruppe", erklärt Vorstandsvorsitzender Markus Mosa. Von der Notwendigkeit, verstärkt Akademiker für die Arbeit in den Handelszentralen zu gewinnen, sind andere längst überzeugt. Die Hamburger ziehen da eher nach.

Das im Herbst gestartete Programm dauert anderthalb Jahre. Alle drei Monate wechseln die jungen Leute den Bereich. Dadurch erarbeiten sie sich möglichst viele Facetten der mehrstufigen Gruppe. Insgesamt stehen sechs Stationen auf dem Plan, darunter Organisation, Einkauf und Logistik, Finanzen und Controlling, Bildungswesen und Marketing. Manche Abteilungen, etwa der Einkauf, sind obligatorisch, andere fakultativ.

Kenntnisse über dreistufiges System

Um die Gruppe als Ganzes kennenzulernen, arbeiten die Trainees je drei Monate im Groß- und Einzelhandel mit. Denn nur, wer über die speziellen Anforderungen des dreistufigen Systems Bescheid weiß, kann in der Zentrale die richtigen Entscheidungen treffen. "Die Prozesse greifen wie Zahnräder ineinander", sagt Jens Kettler, Geschäftsbereichsleiter Bildungswesen. Im April verlassen die ersten Teilnehmer Hamburg, um bei Edeka Südwest oder andernorts mit anzupacken.

Bei der Verteilung der Aufgaben wollen die Organisatoren möglichst das komplette Absatzgebiet der Edeka abdecken. Die Entscheidung für eine Station orientiert sich aber auch daran, wo Projekte laufen, die eine sinnvolle Mitarbeit eines Trainees ermöglichen. Schon jetzt ist die Resonanz äußerst positiv. Das bekunden nicht nur angestammte Edekaner, sondern auch die Neulinge in der Gruppe.

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