Employer Branding Ferrero aktiviert Studenten

von Silke Biester
Freitag, 14. Oktober 2016
Management-Power: Im vergangenen Jahr stellte sich die Ferrero-Mannschaft den Fragen der Jungakademiker in Pforzheim.
Fotos: Schwarz/Ferrero
Management-Power: Im vergangenen Jahr stellte sich die Ferrero-Mannschaft den Fragen der Jungakademiker in Pforzheim.
In der kommenden Woche ruft Ferrero Studenten zu einem "Battle" auf, bei dem sie sich zu den Marken des italienischen Herstellers bekennen sollen. An der Sieger-Universität mit den meisten Fans veranstaltet der Süßwarenriese später ein Karriere-Festival, das wiederum auf die Aktivierung des potenziellen Nachwuchses setzt.

Ab Mitte Oktober animiert Ferrero erneut Studenten dazu, ihre Begeisterung für die Marken des Süßwarenherstellers zu zeigen und als "Belohnung" ein individuelles Karriere-Event zu gewinnen. "Es ist eine Recruiting Messe der ganz anderen Art. Die Studenten holen uns mit ihrem Voting in ihre Universitäts-Stadt, um dann in eine Full Experience des Arbeitgebers Ferrero und seiner starken Marken einzutauchen", erklärt Birgit Becker, die bei dem Süßwarenhersteller für das Human-Resources-Projekt verantwortlich ist.

Die Manager und Personaler des Unternehmens werden nur die eine Sieger-Uni unter den zuvor gezielt ausgewählten 17 Nachwuchsschmieden besuchen. So ist die Zielgruppe zwar relativ klein, dafür soll der Kontakt aber umso intensiver werden: Die Gewinner können sodann einen ganzen Tag in eine Markenparallelwelt eintauchen und ihren potenziellen Arbeitgeber erleben.

Ferrero will die Teilnehmer mit allen Sinnen erreichen. Dafür hat sich im Vorfeld keineswegs nur die Personalabteilung stark gemacht, sondern auch die Markenprofis mit ihren kreativen Ideen sind immer mit im Boot. 2015 stand Nutella im Fokus. Und dieses Jahr forderte eine Bueno-Landschaft mit grünem Rasen und roten Sofas dazu auf, den eigenen "Bueno-Moment" zu erleben.

Welche Marke 2017 konkret im Mittelpunkt steht, hängt davon ab, welche Brand bei den Studies vor Ort am besten ankommt. Wenn sie ab 19. Oktober dazu aufgerufen sind, sich als Fan zu outen, müssen sie sich für eine Marke entscheiden. Der Aufruf wird durch verschiedene Marketinginstrumente unterstützt. "Der Funke muss überspringen", sagt Becker. Nach einer ersten Vorauswahl mit der Qualifikation von fünf Top-Favoriten, beginnt Ende November die zweite Phase der Ferrero Uni-Challenge, bei der letztendlich die Sieger-Hochschule ermittelt wird.

Mitmachen: In Workshops gehen die Gäste mit den Marken um.
Fotos:
Mitmachen: In Workshops gehen die Gäste mit den Marken um.

Auch für die Gestaltung des eigentlichen Events im Mai 2017 will der FMCG-Riese die Ideen der jungen Talente einbeziehen. Am Ende entsteht ein ganz individuelles Karriere-Festival, das auf das Involvement der Teilnehmer setzt. "Eine solche unique Veranstaltung ist zwar eine echte Investition", berichtet Becker. "Doch wer uns so kennenlernt, ist wirklich begeistert. Der Aufwand lohnt sich."

Insgesamt können rund 1.000 Studenten sich aktiv am Karriere-Parcours beteiligen. Unterschiedliche Workshops befassen sich beispielsweise mit Themen wie Innovation, Rohstoffbeschaffung und Qualitätssicherung sowie Marketing und Sales. Keine Frage, dass dabei auch die Möglichkeiten zur Verkostung nicht zu kurz kommen. Als Höhepunkt berichtete im vergangenen Jahr Deutschland-Geschäftsführer Carlo Vassallo von der Ferrero-Strategie und seinem persönlichen Werdegang.

Diese Form des individuellen Hochschulmarketings hat der Hersteller in der jetzt anlaufenden dritten Runde kontinuierlich verfeinert, um einerseits viele und andererseits die richtigen Jungakademiker zu erreichen, und ihnen zugleich unternehmensrelevante Informationen zu vermitteln. "Employer Branding ist immer ein Spagat zwischen Recruiting- und Image-Zielen", weiß die Personalerin Becker. Über die Darstellung als Arbeitgeger hinaus wirke sich das Markenerlebnis allerdings auch in klassischem Sinne aus: "Jeder Student ist ja auch Konsument."

-
Fotos:
-

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats