Employer Branding Mehr Gehalt bei schlechter Marke

von Silke Biester
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Unternehmen mit schwacher Arbeitgebermarke müssen ihren Angestellten mehr Gehalt bezahlen. Das Business-Netzwerk LinkedIn hat den Aufschlag berechnet.

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer (52 Prozent) würde nicht zu einem Unternehmen mit schwacher Arbeitgebermarke wechseln. Das zeigt eine Studie des Business-Netzwerks LinkedIn. Weitere 21 Prozent können sich den Wechsel lediglich bei einem Gehaltsaufschlag von 10 Prozent vorstellen. Dagegen würde fast ein Drittel der deutschen Beschäftigten beim Jobwechsel auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn das neue Unternehmen stark positioniert ist.

Die Kompensation des negativen Images koste ein Unternehmen, das rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, rund 7,3 Millionen Euro jährlich, haben die Studienmacher berechnet. Diese Kosten setzen sich der Berechnung zufolge aus den höheren Gehältern und stärkerer Fluktuation zusammen.

"Selbst wenn nur ein Viertel der neuen Mitarbeiter sich einen Markenmangelausgleich zahlen lässt, entstehen Mehrkosten von 1,8 Millionen Euro", rechnet Geschäftsleitungsmitglied Alexandra Kolleth vor. "Dieses Budget ist sehr viel besser im Aufbau einer starken Arbeitgebermarke angelegt."

Bei 43 Prozent der Personaler stehe das Thema Employer Branding bereits ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch Kolleth gibt zu bedenken: "Eine Arbeitgebermarke ist nicht das, was ein Personalchef gerne über sein Unternehmen hören würde, sondern das, was Mitarbeiter und Kandidaten tatsächlich denken und sagen".

48 Prozent von 1.000 befragten deutschen Arbeitnehmern suchen demnach ein höheres Level an Job-Sicherheit. 36 Prozent wollen mehr Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und 33 Prozent mehr Eigenverantwortlichkeit und Eigenständigkeit. Auch die Chance, in einem guten Team zu arbeiten sowie der Ruf der Führungsmannschaft spielen eine wichtige Rolle.

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