Die Wenigsten sind wirklich engagiert

von Redaktion LZ
Freitag, 15. März 2013
LZnet. Die Zahlen sind alarmierend. Fast ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland hat innerlich gekündigt, 61 Prozent machen Dienst nach Vorschrift. Nur 15 Prozent haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber und sind bereit, sich freiwillig für dessen Ziele einzusetzen. Das zeigt der "Engagement Index 2012" des Beratungsunternehmens Gallup.
Die Folgen mangelnden Engagements sind gravierend, warnt Consultant Marco Nink. Sie reichten von weniger Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft über geringes Verantwortungsbewusstsein bis zu häufigeren Fehlzeiten. So verursache die innerliche Kündigung erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden.

Gallup-Hochrechnungen beziffern die jährlichen Kosten durch Produktivitätseinbußen auf bis zu 138 Milliarden Euro. Zudem leide die Innovationskraft. "Emotional gebundene Mitarbeiter bringen 45 Prozent mehr Anregungen für Verbesserungen ein als ihre ungebundenen Kollegen", sagt Nink. Dagegen habe mehr als die Hälfte der unengagierten Arbeitnehmer in den vergangenen zwölf Monaten keine einzige Idee ins Unternehmen getragen.

Ursache für die mangelnde Begeisterung der Beschäftigten sind laut Gallup "Defizite in der Personalführung". Viele Arbeitnehmer steigen hoch motiviert in ihren Job ein, werden dann aber zunehmend desillusioniert und verabschieden sich innerlich irgendwann ganz aus dem Unternehmen. Die Hauptrolle in diesem Prozess spiele fast immer der direkte Vorgesetzte. Nink: "So werden aus motivierten Leuten Verweigerer."

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