Unter Strom

von Christiane Düthmann
Freitag, 23. November 2012
Unternehmen mit hoher produktiver Energie verglichen mit Unternehmen mit geringer produktiver Energie
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Unternehmen mit hoher produktiver Energie verglichen mit Unternehmen mit geringer produktiver Energie
Energiegeladene Unternehmen sind erfolgreicher im Wettbewerb und attraktiver als Arbeitgeber. Diesen Zusammenhang hat Professor Heike Bruch von der Universität St. Gallen erforscht.
Das Energielevel in Unternehmen, wird meist nur als vages "Bauchgefühl" wahrgenommen. Heike Bruch rückt ihm mit empirischen Methoden zuleibe. "Organisationale Energie ist die Kraft, mit der Unternehmen arbeiten und zielgerichtet Dinge bewegen", definiert die Direktorin des Instituts für Führung und Personalmanagement an der eidgenössischen Kaderschmiede.

Diese Energie hat die Wissenschaftlerin mit ihrem Team schon in mehr als 800 Unternehmen gemessen. Dabei wird jeder Einzelne befragt, wie entspannt oder angespannt, motiviert oder resigniert, konstruktiv oder destruktiv er die Situation in seiner Arbeitsgruppe einschätzt. Anlässlich des Talent-Management-Gipfels von Haufe Umantis referierte sie Highlights aus aktuellen Studien.

Verbesserte Kennzahlen

So könne man die positive Wirkung produktiver Energie an handfesten Kennzahlen ablesen: Unternehmensleistung und Effizienz, ROI und Wachstumswerte liegen laut Bruch deutlich höher als in Organisationen, deren Engagement sich in internen Scharmützeln bis hin zu Mobbing erschöpft ("korrosive Energie"). Zudem sind Mitarbeiter wie Kunden zufriedener, und die Wechselneigung der Beschäftigten ist geringer.

Unternehmen mit hoher korrosiver Energie verglichen mit Unternehmen mit geringer korrosiver Energie
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Mitarbeiter von Unternehmen mit einem hohen Energielevel bewerten deren Arbeitgeberattraktivität um rund ein Fünftel höher als Angestellte in Unternehmen mit einem dürftigen Maß an Begeisterung oder Engagement. Mitarbeiterbindung und Identifikation mit dem Unternehmen steigen ebenfalls deutlich.

Organisationen mit hoher Energie verglichen mit Organisationen mit geringer Energie
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Wer jedoch dauernd "am Limit" operiert und Höchstleistungen abruft, läuft Gefahr, das "gesunde Maß" zu verlieren und in die "Beschleunigungsfalle" zu tappen, warnt Bruch. Über-, Mehrfach- und Dauerbelastung seien etwa zu gleichen Teilen für diese Situation verantwortlich, emotionale Erschöpfung, Aggression und Resignation die Folgen. Die Kündigungsabsicht steige massiv. Jedes zweite Unternehmen sei betroffen. (cd)

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