Erfolgsfaktor Österreich

von Judit Hillemeyer
Freitag, 16. Mai 2008
Die Firmenchefs der Alpenrepublik haben ihren deutschen Kollegen einiges voraus. Sie führen ihre Mitarbeiter geschickter, entwickeln clevere Serviceideen, haben eine jüngere Führungsmannschaft und beschäftigen mehr Frauen in den Chefetagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und ihrer Partnerorganisation Quality Austria über die unterschiedlichen Erfolgsfaktoren.



653 Mittelständler wurden dazu in beiden Ländern befragt. Danach würden die Unternehmen der Alpenrepublik sind besser für die Zukunft aufgestellt als ihre Konkurrenten aus dem Norden. Sie übertrumpfen die Deutschen vor allem in einem Punkt: "ihrem exzellenten Beziehungsmanagement".

"Österreichische Unternehmer rücken den Menschen als Mitarbeiter und Kunden in den Mittelpunkt, während in Deutschland eher eine technikorientierte Ingenieurkultur vorherrscht", erläutert Benedikt Sommerhoff, DGQ-Berater und Autor der Studie.

Die Alpenrepublik liege stets vor dem großen Nachbarn. Etwa beim aktuellen Wirtschaftswachstum von prognostizierten 3,4 Prozent (Deutschland: 1,7 Prozent), bei einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Deutschland: rund 9 Prozent) und bei einem Durchschnittsbruttolohn in Höhe von 2.710 Euro (Deutschland: 2221 Euro).

Was den Unterschied ausmacht? In Österreich herrsche im Umgang mit Mitarbeitern eine größere Gelassenheit und Fürsorgepflicht der Firmenchefs. So gelangten die dortigen Unternehmen zwar nicht immer auf dem schnellsten Weg zum Erfolg. Aber die Mittelständler eröffneten sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Sie haben engagierte Mitarbeiter.

Laut Studie arbeiten dort die Angestellten und Arbeiter im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen selbständiger, verfügen über umfassendere Informationen, werden intensiver gefördert, häufiger nach ihrer Meinung gefragt und sind stärker in alle Belange des Unternehmens involviert.

Zudem sei jede dritte Führungskraft eine Frau, in Deutschland beträgt der Anteil nur 19 Prozent. "Die hohe soziale Kompetenz führt in Österreich nicht nur zu schnelleren Entscheidungsprozessen, sondern auch zu einer hohen Servicementalität innerhalb der Unternehmen", erklärt Axel Dick, Experte für Geschäftsentwicklungen bei Quality Austria. (juh)

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