Die Wissenschaft vom Verbraucher

von Judit Hillemeyer
Freitag, 27. Februar 2009
TU München
TU München
"Consumer Affairs" ist ein neuer Studiengang, den die TU München ab dem kommenden Wintersemester anbietet. Im Fokus der Verbraucherwissenschaft steht das Verhalten von Konsumenten in ihrer ökonomischen und sozialen Umwelt.



Wasser, Energie und Lebensmittel sind Rohstoffe, die auf der Welt nicht unbegrenzt vorhanden sind. Das Verhalten von Verbrauchern ist ökonomischen und ökologischen Bedingungen unterworfen. Technische Innovationen und Konsumentenansprüche bedingen sich wechselseitig.


Vertieft ins Studium: Am Standort Weihenstephan der TUM widmen sich Studenten den Verbraucherwissenschaften.

Mit diesen Themen beschäftigt sich der neue Master-Studiengang "Consumer Affairs" an der TU München. Im Fokus der Hochschulqualifikation steht die wissenschaftliche Analyse nachhaltigen Konsums, des sogenannten Sustainability Marketing.

Die TU München bietet als einzige Universität in Deutschland das Master-Studium an. Abgelöst und inhaltlich erweitert wird damit das bisherige Studium "Consumer Science", das sich vor allem an Studierenden der Natur- und Ingenieurswissenschaften richtete.

Mit dem neuen Studiengang werden nun Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler angesprochen. Aber auch Agrarwissenschaftler und Ökotrophologen gehören zur Zielgruppe.

Die Erforschung des Konsums

Der Studiengang startet zum Wintersemester 2009/2010. Eingerichtet wird er von der Technischen Universität München an der TUM Business School. Federführend ist der Lehrstuhl "BWL - Marketing und Konsumforschung".

Die Hochschulqualifizierung ist in das Europäische Master-Programm Eureka (European Master's Programme in Consumer Affairs) eingebunden. Zu den wissenschaftlichen europäischen Partnern im Eureca-Rahmen gehören die Universitäten im dänischen Aarhus, in Wageningen in den Niederlanden sowie in Warschau.

Das gesamte Studienprogramm wird ausschließlich in englischer Sprache unterrichtet und dauert insgesamt vier Semester. Neben den verbraucherwissenschaftlichen Grundlagen im ersten Semester, wählen die Studierenden zwei von insgesamt sieben Spezialisierungen an den insgesamt vier Partneruniversitäten aus.

In Aarhus und Wageningen liegt beispielsweise der Schwerpunkt auf dem Marketing beziehungsweise dem Management. Das Thema Lebensmittelsicherheit fokussiert die Universität in Warschau.

Marketing und Recht

Im Rahmen der Spezialisierung steht an der TU München der Verbraucher in Hinblick auf die Entwicklung von Technologien sowie von Produkten und Dienstleistungen im Mittelpunkt. Ein wesentlicher Aspekt sind die ökonomischen Bedingungen der Märkte und Unternehmen. Außerdem wird die Bedeutung von Marketingmaßnahmen sowie wirtschaftspolitische und rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden.

Im Rahmen von Eureca sollen die Studierenden an Auslandsaufenthalten teilnehmen. Die TU München finanziert dies jährlich für zwanzig Studenten mit Stipendien in Höhe von 500 Euro pro Monat.

Die nationalen und internationalen Arbeitsmarktmöglichkeiten für Absolventen des Faches "Consumer Affairs" schätzt die Technische Universität als "sehr gut" ein. Sowohl eine Bedarfsstudie im Auftrag der Europäischen Kommission als auch die Erfahrungen mit dem bisherigen Masterstudiengang "Consumer Science" untermauern diese Prognose, heißt es in München.

Potenzielle Arbeitgeber sind grundsätzlich der Lebensmitteleinzelhandel und die Nahrungsmittelproduzenten sowie alle Organisationen, die sich mit Konsumenten und Konsum beschäftigen.

Dazu zählt auch die öffentliche Verwaltung bei Land und Bund sowie verschiedene Forschungseinrichtungen. Studenten, die einen Doppelabschluss erlangen oder ein Semester an einer Partner-Universität verbracht haben, würden ihre Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt deutlich steigern. (juh)

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