Nahrungsmittelindustrie Es fehlt an Qualifikation

von Christiane Düthmann
Freitag, 22. November 2013
Handarbeit: In der Süßwarenindustrie gibt es noch einen hohen Anteil nicht automatisierter Tätigkeiten.
LZ-Archiv
Handarbeit: In der Süßwarenindustrie gibt es noch einen hohen Anteil nicht automatisierter Tätigkeiten.
In den rund 300  000 Betrieben der Lebensmittelproduktion in der EU herrscht ein niedrigeres Qualifikationsniveau als im europaweiten Durchschnitt. Das zeigt die erste europaweite Arbeitsmarktstudie für die Foodbranche.
30 Prozent der rund 4,5 Millionen Beschäftigen in der Nahrungsmittelproduktion in der Europäischen Union gelten als beruflich gering qualifiziert. In der EU-Wirtschaft insgesamt liegt dieser Anteil bei nur 20 Prozent. Höher qualifiziert sind in der Foodindustrie 14 Prozent der Arbeitnehmer im Vergleich zu 30 Prozent im branchenübergreifenden Durchschnitt.

Das sind Ergebnisse der ersten "Arbeitsmarktstudie für den Bereich der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln und Getränken". Die Analyse vom Europäischen Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften (EFFAT)und Food Drink Europe als den beiden Sozialpartnern der Ernährungsindustrie soll den Belangen des Wirtschaftszweigs in Brüssel mehr Gehör verschaffen.

Die Branche ist mit rund 300.000 Betrieben sehr kleinteilig strukturiert. Etwa drei Fünftel der Beschäftigten arbeitet in kleinen oder mittleren Unternehmen.

Lebenslanges Lernen

Ein Problem der Branche ist das steigende Durchschnittsalter der Belegschaften. So verringerte sich der Anteil der 15- bis 24-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren um 30 bis 40 Prozent. Um so wichtiger sei die systematische Qualifizierung der Beschäftigten.

Eine "Kultur des lebenslangen Lernens" fehle sowohl auf Unternehmens- wie auf Arbeitnehmerseite. Ein großer Teil der Bildungsangebote der Arbeitgeber beziehe sich auf Lebensmittelsicherheit, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Dagegen gebe es relativ wenig Maßnahmen, die eine produktivere Organisation zum Ziel haben.

Arbeitgeber müssten dabei unterstützt werden, berufliche Laufbahnen zu entwickeln, die den Aufstieg von einfachen Produktionsjobs bis hin zu anspruchsvollen Tätigkeiten im Management oder technischen Bereich eröffnen.

 

 

(cd)

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