Exklusiv-Auswertung für die LZ Handel steigt in Gunst der Absolventen

von Julia Wittenhagen
Freitag, 29. April 2016
Ist das Wirtschaftsstudium geschafft, sind Unilever, Ferrero und Nestlé die beliebtesten Arbeitgeber der Ernährungswirtschaft. Soll es in den Handel gehen, haben dm, Ikea und Aldi Süd die Nase vorn. Das zeigt die exklusive Branchenauswertung des Trendence-Instituts für die Lebensmittel Zeitung.

Nach wie vor nennen Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Fächer an erster Stelle Automobilhersteller, wenn sie nach ihrem Traumarbeitgeber gefragt werden. Von den Konsumgüteranbietern schafft es nur Adidas in die Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber 2016.

Daher hat Meinungsforscher Trendence für die LZ wieder gezielt die Favoriten der Untergruppe abgefragt, die eine Affinität zu Handel und Konsumgütern bekundet. Das ist ein gutes Zehntel der 14.000 Befragten. Am liebsten möchten sie bei Adidas, Nike und Unilever arbeiten. Die beliebtesten Nahrungsmittelproduzenten sind nach Unilever Ferrero auf Rang 7 und Nestlé auf Rang 13.

Der Favorit unter dem Lebensmitteleinzelhändlern, Aldi Süd auf Rang 22, hat im Vergleich zum Vorjahr 8 Plätze gut gemacht. Lidl folgt auf Rang 24, während Edeka von Platz 28 auf Rang 37 abgerutscht ist.

Dm-Drogeriemarkt ist auf Platz 8 neuer Spitzenreiter der Absolventen im Handel allgemein, gefolgt vom Vorjahressieger Ikea. Metro bildet das Schlusslicht der Top 50 Arbeitgeber, was möglicherweise mit gesunkenenen Etats für Bewerbermarketing zusammenhängt.

Amazon weniger beliebt

Der einzige E-Commerce Pure Player Amazon verlor an Beliebtheit. Dazu kann die kritische Berichterstattung über Arbeitsbedingungen beigetragen haben. Denn wenn Studienabsolventen nach ihren Erwartungen an den Arbeitgeber gefragt werden, gehören Wertschätzung der Mitarbeiter, Kollegialität, attraktive Arbeitsaufgaben und guter Führungsstil zu den vier wichtigsten Erwartungen.

Das Wunschgehalt der handels- und konsumgüteraffinen Studierenden liegt bei 43.100 Euro brutto pro Jahr knapp 1.000 Euro über dem Vorjahr. Das bestätigt den allgemeinen Trend: Gehaltswünsche gehen nach oben. Allerdings auf niedrigerem Niveau als bei der Gesamtheit aller Wirtschaftsabsolventen: Sie erwarten über 45.000 Euro.


Noch eine auffällige Abweichung: Die Untergruppe der konsumgüter- und handelsaffinen Absolventen hat höhere moralische Erwartungen als ihre Mitstudenten. Nur 18,2 Prozent würden in einem Unternehmen mit schlechtem Image arbeiten, 29,4 Prozent sind es im Schnitt aller Befragten. Der Untergruppe ist Status und Prestige weniger wichtig, dafür bedeuten ihnen Chancengleichheit und Work-Life-Balance mehr als den meisten Absolventen.

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