Erfolgsbeteiligung Extra-Geld für Ikea-Kollegen

von Redaktion LZ
Donnerstag, 12. Februar 2015
„Einzigartig im deutschen Einzelhandel“: Ikea-Personalerin Britta Hellen ist stolz auf die beiden neuen Programme zur Erfolgsbeteiligung.
Bert Bostelmann/Bildfolio
„Einzigartig im deutschen Einzelhandel“: Ikea-Personalerin Britta Hellen ist stolz auf die beiden neuen Programme zur Erfolgsbeteiligung.
Ikea hat für seine 147.000 Mitarbeiter ein weltweites Loyalitätsprogramm sowie eine Bonusregelung aufgelegt. Knapp 300 Mio. Euro stellt der Möbelkonzern dafür insgesamt zur Verfügung. Jetzt gibt es das erste Geld.
"Tack" heißt auf Schwedisch danke. Mit einem neuen, gleichnamigen Programm zur Erfolgsbeteiligung möchte sich der Möbelgigant Ikea bei seinen weltweit 147.000 Mitarbeitern "für ihre Loyalität und ihr Engagement bedanken", sagt Britta Hellen. Sie ist stellvertretende Personalleiterin bei Ikea Deutschland. Tack wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Im Geschäftsjahr 2014 hat das Unternehmen dafür 200 Millionen Euro beiseite gelegt.

Gleiche Regeln für alle

Jeder Beschäftigte soll an dem Programm nach den gleichen "fairen und einfachen" Prinzipien teilhaben. In Deutschland erhalten Vollzeitmitarbeiter, die mindestens fünf Jahre im Unternehmen tätig sind, in diesem Jahr 2.282 Euro – "und zwar vom Landeschef bis zum Auszubildenden". Teilzeitkräfte erhalten entsprechend ihres Stundenvolumens anteilige Beträge. Das Geld wird in die Altersvorsorge eingezahlt.

Über die Ausschüttungssumme entscheidet der Aufsichtsrat jedes Jahr global. Sie sei "nicht direkt umsatzabhängig, aber an wirtschaftliche Kennzahlen gebunden", erklärt Hellen. Eine konkrete Zusage für die Beiträge gebe es zunächst für fünf Jahre. "Wir gehen aber alle fest davon aus, dass Tack eine beständige Säule unseres Vergütungspakets sein wird."

Zu diesem Paket gehört – ebenfalls seit 2014 – auch "One Ikea Bonus". Mit diesem Programm, für das 98 Millionen Euro zur Verfügung stehen, "haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit, ein 14. Monatsgehalt zu erhalten", erläutert die Personalerin. Mit Tack und dem neuen Bonus gewähre Ikea seinen Beschäftigten eine "im deutschen Einzelhandel einzigartige Erfolgsbeteiligung".

Bonus kann ein 14. Gehalt bringen

Der Bonus ist gestaffelt und gedeckelt. Berechnungsgrundlage ist das Jahresgehalt inklusive Urlaubsgeld und 13. Monatsgehalt. Ein Zwölftel davon ist das sogenannte Bonusgehalt, das maximal möglich ist. Wenn eine Unternehmenseinheit ihr Ziel erreicht, erhalten alle dazugehörenden Mitarbeiter denselben Prozentsatz ihres Monatsgehalts.

Jeder Store weltweit ist eine solche Einheit und wird "an Umsatz und Rentabilität gemessen." Dabei liegen laut Hellen immer lokale Ziele zugrunde. "Die Mitarbeiter eines Einrichtungshauses haben die gleichen Vorgaben wie ihr Chef." Ikea ist nach eigenen Angaben in 28 Ländern tätig und betrieb im abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit 318 Möbelhäuser, die mehr als 700 Millionen Kunden zählten.

Jede Filiale ist eine Einheit

Nicht jede Filiale hat ihre Ziele erreicht. "Es gibt einige wenige Einrichtungshäuser in Deutschland, die dieses Jahr nichts bekommen haben", räumt Hellen ein. Die Mitarbeiter der Deutschland-Zentrale in Wallau gelten ebenfalls als eine Unternehmenseinheit und werden am Erfolg aller 48 Ikea-Häuser hierzulande gemessen.

Bei der Festsetzung der Vorgaben kommt es auf Transparenz und Kommunikation an. "Das Ziel muss für jeden einzelnen Mitarbeiter realistisch, greifbar und umsetzbar sein, damit es ihn motiviert", weiß Hellen. Es sei "eine immense Herausforderung", es zu schaffen, dass jeder Kollege bis hin zur studentischen Aushilfe an der Kasse oder im Bistro die quantitativen Anforderungen kennt. "Das ist ganz eindeutig eine Führungsaufgabe", fügt die HR-Fachfrau hinzu, die früher selbst als Store-Managerin bei Ikea gearbeitet hat.

Der Möbelkonzern erlöste im abgelaufenen Geschäftsjahr 29,3 Mrd. Euro, das sind 2,8 Prozent mehr als 2013. Der Gewinn blieb mit 3,3 Mrd. Euro stabil. Deutschland ist mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent der stärkste Markt im Ikea-Reich, gefolgt von den USA mit 12 und Frankreich mit 8 Prozent.

(C. Düthmann)

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