Rügenwalder Mühle Familienunternehmen betreibt Innovation mit Ernsthaftigkeit

von Redaktion LZ
Donnerstag, 27. März 2014
YBF bei Rügenwalder
T. Fedra
YBF bei Rügenwalder
Mit einem lockeren "Moin" begrüßt Christian Rauffus, Inhaber der Rügenwalder Mühle, den Führungsnachwuchs aus Industrie und Handel zur Young Business Factory (YBF). Schon sein Großvater, Carl Wilhelm Müller, bezeichnete die "Herstellung anständiger Wurst als Charaktersache". Diese Überzeugung teilt der Chef in sechster Generation.
Doch die Bedingungen in der Lebensmittelindustrie haben sich im Laufe der 180-jährigen Unternehmensgeschichte geändert. Rauffus geht es nicht mehr darum, möglichst viel zu produzieren, sondern das Richtige. Die Fähigkeit zur Veränderung ist für ihn die Basis für Erfolg. Denn im schrumpfenden Wurstmarkt werde der Ton rauer. Der 62-Jährige, der seit Mitte der Neunziger das Unternehmen leitet, bezeichnet Essen als die "zweitemotionalste Sache der Welt". Entsprechend wichtig sei Vertrauen: "Kein Label, keine Verpackung, kein Preis kann das rüberbringen, was eine Person rüberbringen kann, der man vertraut", sagt Rauffus. Darauf baut die Werbekampagne auf. Laut Marketingchef Godo Röben haben Lebensmittelskandale das Sicherheitsbedürfnis der Verbraucher erhöht. Darauf hat Rügenwalder mit Produktvideos reagiert, die per QR-Code von allen Produkten abrufbar sind. Sie zeigen Mitarbeiter, die an der Herstellung beteiligt sind. Die 2013 gestartete Kampagne wirkt: Eine Studie attestiert der Marke gestiegene Sympathiewerte und Vertrauenswürdigkeit. Auch der Mediamix hat sich gewandelt: Warb die Marke früher ausschließlich im TV, fließen heute 10 Prozent des Werbebudgets in Online-Kanäle und Social-Media. Innovation ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Marken. Dabei wolle man nicht die Wurst neu erfinden, sondern die Marke weiterentwickeln. Umgesetzt werde dies beispielsweise mit neuen Verpackungen oder allergenfreien Produkten. Thomas Ludwig, verantwortlich für den Bereich Produktmanagement, erläutert den YBF-Teilnehmern den Weg, den eine Idee bis zu ihrer Vermarktung gehen muss. Lothar Bentlage, Geschäftsleiter Vertrieb, erläutert am Beispiel der 2012 eingeführten Mühlen-Frikadellen den Stellenwert von Ernsthaftigkeit und Entschlusskraft bei der Einführung neuer Marken. Diese Faktoren würden sowohl bei der Umsetzung eines neuen Produkts als auch bei der Vorstellung im Handel eine entscheidende Rolle spielen. Field Manager Marc Rhode erklärt, wie Category Management das Wurstsortiment voranbringen soll. Verschiedene Studien untersuchen dafür das Shopperverhalten. Dass die Kooperation mit dem Handel funktioniert, stelle nicht zuletzt das 38 Mitarbeiter starke Außendienst-Team sicher. Bestätigt wird dies von Raimund Mecke, Geschäftsführer Famila, der seine Anforderungen an das Sortiment aus Handelsperspektive beschreibt. Die Rügenwalder Mühle beweist, dass Tradition dem Wandel nicht im Weg stehen muss. Nach diesem Prinzip soll das Familienunternehmen auch für die siebte Generation erhalten werden. (ln/sb)

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