Persönlichkeiten sind gefragt

von Redaktion LZ
Freitag, 16. Juli 2004
Beim Einstieg in das Berufsleben entscheiden außer Fachkenntnissen vor allem persönliche Kompetenz. Das hat eine repräsentativen Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergeben.



Die Persönlichkeit der Berufsnovizen steht bei den 2.154 befragten Unternehmen hoch im Kurs: Von Hochschulabsolventen erwarten sie Erfolgsorientierung, Leistungswillen und die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten.

Auch Belastbarkeit, Unternehmergeist und Entscheidungsfreude werden von mehr als 80 Prozent der befragten Firmenlenker als äußerst wichtig für die berufliche Praxis eingestuft.

Für 85 Prozent der befragten Unternehmenschef soll die künftige Führungskraft vor allem über Analyse- und Entscheidungsfähigkeit verfügen. Für 82 Prozent der Chefs ist fundiertes Wissen in der jeweiligen Fachdisziplin sehr wichtig, kurz vor der Lernkompetenz.

Auch Bewerber, die berufsspezifische Praktika oder Ferienjobs vorweisen können, haben gute Chancen: 68 Prozent legen Wert auf praktische Berufserfahrungen der Kandidaten.

Nach den sozialen Kompetenzen befragt, schätzen die Verantwortlichen vor allem Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein bei jungen Akademikern. Auf Rang 3 bis 6 folgen Team-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Für wichtig werden zudem die Merkmale Kritikfähigkeit und Führungskompetenz erachtet. Mehr Praxisbezug gesucht#/ZT# Als "erschreckend" bezeichnet Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK, die offenbar großen Defizite bei den persönlichen und sozialen Kompetenzen heutiger Hochschulabsolventen.

Hier zeigten die Ergebnisse akuten Handlungsbedarf auf. So gab fast die Hälfte der Unternehmen (47,5 Prozent) an, sich von einem Berufseinsteiger wieder getrennt zu haben. Der Hauptgrund sei die "Praxisferne" gewesen.

29 Prozent der Befragten berichten, dass der Nachwuchs nicht in der Lage war, die theoretisch erworbenen Kenntnisse im Berufsalltag umzusetzen.

Ein Viertel führt zudem Selbstüberschätzung des Mitarbeiters, mangelndes Sozialverhalten und fehlende Integrationsfähigkeit als Gründe für eine Kündigung an.

Die Hälfte der befragten Unternehmenschefs sieht die Hauptgründe für diese Verhaltensmängel in fehlenden Werten und einer unzureichenden Erziehung.

Rund ein Drittel macht die Schulausbildung dafür verantwortlich, fast genau so viele Unternehmen (28 Prozent) sieht in der mangelnden Hochschullehre den Grund für die Misere auf dem Felde der Sozialkompetenz.

Über die neuen Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen, die künftig die Universitätsdiplome ablösen, zeigten sich 70 Prozent der befragten Firmenlenker bestens informiert.

56 Prozent sind sogar davon überzeugt, dass in einem Bachelor-Studium die in der Praxis gebrauchten Qualifikationen erworben werden können. Dafür wünschen sie sich vor allem eine stärkere Anwendungsorientierung der Studieninhalte. (ba)

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