Recruiting Trends Flexibles Arbeiten wird zum Top-Thema

von Silke Biester
Freitag, 14. Februar 2014
Mitarbeiterbindung, Employer Branding und neue flexible Formen der Arbeit sind aktuell die wichtigsten Themen in den Personalabteilungen.
Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel erschweren die Personalsuche. 99 Prozent der 1.000 größten Unternehmen des Landes suchen aktiv Personal. 35,8 Prozent gehen davon aus, dass offene Stellen nur schwer zu besetzen sind. 5,8 Prozent fürchten, Positionen gar nicht besetzen zu können.

Das sind Ergebnisse der Studien Recruiting Trends und Bewerbungspraxis, die zum zwölften Mal von dem Onlineportal Monster zusammen mit dem Centre of Human Resources Information Systems durchgeführt wurden.


Als dringende Maßnahmen sehen Personalverantwortliche Mitarbeiterbindung und Employer Branding. Auf den dritten Platz der Prioritätenliste ist erstmals die Einführung flexibler Arbeitsmodelle wie Teilzeit, Telearbeit, Homeoffice und Lebensarbeitszeitkonten vorgerückt. Darüber hinaus beurteilen inzwischen 65 Prozent Social Media und Mobile Recruiting als wichtig für die HR-Abteilung.

Trotz großer Beliebtheit werden Home-Office-Angebote in der praktischen Umsetzung zugleich auch problematisch gesehen. Jeder Vierte glaubt, von zuhause mehr arbeiten zu müssen als im Büro, um dem Verdacht der Tatenlosigkeit etwas entgegenzusetzen.


Umgekehrt glauben 16,5 Prozent, die Kollegen im Büro müssten mehr leisten, wenn ein anderer das Homeoffice-Angebot nutzt. Als Gründe werden schlechter Informationsaustausch sowie sinkende Produktivität und Zufriedenheit genannt.

Dennoch wünschen sich 85,5 Prozent der Stellensuchenden entsprechende Angebote von ihrem künftigen Arbeitgeber. Aus Bewerbersicht ist es entscheidend, in einem guten Arbeitsklima zu arbeiten. Flexible Arbeitszeiten und ein klares Bekenntnis zu Work-Life-Balance stehen auf der Wunschliste weit oben. Sie wünschen sich zudem Arbeitgeber, bei denen Wissensaustausch und Weiterbildung im Vordergrund stehen und gute Karrieremöglichkeiten geboten werden.

Viele Beschäftigte glauben jedoch, dass Karriere nur mit dem Wechsel des Unternehmens möglich ist. "Hier muss mehr getan werden, um Mitarbeiter zu binden", stellt Studienleiter Prof. Tim Weitzel fest.

(sb)

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