Flucht ins Ausland

von Judit Hillemeyer
Freitag, 30. Mai 2008
Fast jede fünfte vom Düsseldorfer Karrieredienstleister Placement24 befragte Führungskraft (18 Prozent) gibt an, dass sie bereits "konkret" eine Möglichkeit sucht, ins Ausland zu gehen. Weitere 23 Prozent denken "oft" darüber nach. Und 28 Prozent geben an, dass sie bei weiter steigender Belastung durch Steuern und Abgaben das Thema Auswandern in Betracht ziehen werden. Nur 31 Prozent sehen hierin grundsätzlich keine Lösung.



Die Umfrage unter fast 2.000 Führungskräften legt die Motive zum möglichen Wechsel ins Ausland offen. So empfinden 79 Prozent der Befragten die Belastungen durch Steuern und Sozialversicherungen als "zu hoch" (43 Prozent) oder "viel zu hoch und ungerecht" (36 Prozent).

Zu der Aussage, dass die Abgaben nur "etwas zu hoch, aber nicht ungerecht sind" konnten sich gerade noch 19 Prozent durchringen. Lediglich ein Prozent findet die Belastungen "nicht zu hoch und gerecht verteilt".

Dass es nicht nur bei Fantasien zur Auswanderung bleibt, belegt das Statistische Bundesamt: Die Fortzüge von Deutschen ins Ausland stiegen rasant an, von jährlich rund 60.000 im Jahr 1990 auf rund 160.000 im Jahr 2006.

Dabei sorgt die gute Ausbildung der Führungskräfte und Fremdsprachenkenntnisse für eine Verbesserung der Chancen im Ausland. So sind es nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auch insbesondere Hochschulabsolventen, die eine Auswanderung für sich in Betracht ziehen. (juh)

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