Internationale Vergütungsstudie Food-Gehälter werden transparent

von Redaktion LZ
Freitag, 10. Oktober 2014
Lohnende Jobs: Aus den Bereichen Forschung und Qualitätsmanagement werden sechs Profile untersucht.
Beiersdorf
Lohnende Jobs: Aus den Bereichen Forschung und Qualitätsmanagement werden sechs Profile untersucht.
LZnet/Christiane Düthmann. Was Mitarbeiter und Manager der Foodindustrie in Europa verdienen, hat das Personalberaternetzwerk IFRA unter die Lupe genommen. Die Studie vergleicht nicht nur die Grundgehälter, sondern auch deren relativen Wert im Vergleich zum Preisniveau in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Polen und den Niederlanden.
Wer als Marketing- und Vertriebs-Chef oder kaufmännischer Geschäftsführer besonders üppig verdienen möchte, sollte in Deutschland anheuern. Mit 217.000 beziehungsweise 205.000 Euro Bruttofixgehalt verdienen Manager auf diesen Positionen hierzulande deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern.

Produktionsgeschäftsführer hingegen dürften nach Großbritannien blicken, wo sie mit 238.000 Euro am besten entlohnt werden. Ein Leiter Forschung & Entwicklung in Frankreich wiederum erhält mit 103.000 Euro mehr Geld als in Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Polen oder den Niederlanden.

Diese sechs Länder bezieht die neue Vergütungsstudie mit ein, die die International Food Recruitment Alliance (IFRA) soeben vorgelegt hat. Der Verbund aus Personalberatungsunternehmen wurde 2009 gegründet. Mit der Untersuchung, die nach ihrer Premiere vor zwei Jahren nun zum zweiten Mal erscheint, will er seinen Kunden und Kandidaten einen vergleichenden Überblick über die Gehaltsstrukturen in wichtigen Ländern Europas liefern.

 

33 Jobprofile aus sieben Unternehmensbereichen

Die Studie führt dazu die Entlohnung von 33 Tätigkeiten auf unterschiedlichen Hierarchieebenen in der Lebensmittelherstellung in den sieben wichtigsten Unternehmensbereichen auf: von Produktion und Technik über Marketing und Vertrieb bis zu Forschung & Entwicklung, Qualitätssicherung und Verwaltung.

Im Anhang erfährt der Leser, welches Aufgabenprofil sich im Detail hinter den einzelnen Job-Titeln verbirgt. "Für die Lebensmittelindustrie gibt es keine vergleichbar spezifische Studie", hebt Matthias Hennig die Bedeutung der Analyse hervor. Er ist Berater bei Rau Consultants, dem deutschen Partner der IFRA.

Das höchste nominale Gehaltsniveau findet sich in Großbritannien, Deutschland und Dänemark, das niedrigste in Polen. Was davon jedoch am Ende des Monats übrig bleibt, hängt vom Preisniveau in den Ländern ab. "Wir haben das Preislevel der EU mit ihren 27 Mitgliedsstaaten als Basis genommen und die betrachteten Länder damit verglichen", erläutern die Studienautoren. Heraus kommt eine Liste, die den relativen Wert der Gehälter beschreibt (s. Tabelle).

Deutschland und Holland haben die Nase vorn

Das teure Dänemark schneidet dabei am schlechtesten ab. Bei keinem der betrachteten Jobs liegen die Skandinavier vorn. Stattdessen bilden sie bis auf sechs Positionen das Schlusslicht. "In Zukunft dürfte es für Dänemark schwieriger werden, internationale Talente anzuziehen", heißt es in der Analyse.

In Polen dagegen sind die Preise niedrig, das macht die Bezahlung in der dortigen Foodbranche wettbewerbsfähig. Bei acht Profilen in der Erhebung liegen die relativen Gehälter in Polen sogar an der Spitze. Das können nur Deutschland und die Niederlande toppen, die "beim Relativgehalt die Nase vorn haben", so Personalberater Hennig. Mit neun- beziehungsweise zehnmal Spitzenvergütung erweisen sich die beiden Länder als besonders attraktiv für Jobsuchende in der Lebensmittelproduktion. Es folgen Großbritannien mit sechs und Frankreich mit vier Topgehältern.



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