Eine Investition in die Qualifikation

von Judit Hillemeyer
Freitag, 13. Januar 2006
Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist abhängig von der Qualifizierung der Führungskräfte. Im Fokus der Fortbildung stehen Fachseminare sowie Trainings zum Sozial- und Führungsverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens ComTeam.



Nach Meinung der 366 befragten Führungskräfte unterschiedlicher Branchen, darunter auch Handel sowie Nahrungs- und Genussmittel, führen Weiterbildungsmaßnahmen zu besseren Arbeitsresultaten.

Sie steigerten außerdem die Eigenmotivation und erhöhten die Arbeitsbeziehungen, so das Studienergebnis. Unsicher sind dagegen die Befragten, ob die Weiterqualifizierung ihre Karrierechancen fördert. Nur 35 Prozent leiten davon einen Erfolg ab, der ihren beruflichen Aufstieg forciert.

Die Weiterbildung bewegte sich im Jahr 2005 vor allem im Bereich Fachseminare und Führungsverhalten. Bei letzterem geht es beispielsweise um Konfliktmanagement und Mitarbeiterführung, erklärt Lorenz Forchhammer, Vorstand der ComTeam AG und Leiter der Studie.

Über 60 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr Fach- und Führungsseminare besucht zu haben.

Kompetenzen fördern

Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens könne durch Führungskräftequalifizierung entschieden gefördert werden, so Forchhammer. Viele Aufgaben und Herausforderungen seien durch Kompetenzen im Bereich der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kollegen zu lösen.

"Diese Fähigkeiten kann man so wirkungsvoll trainieren, dass die Rentabilität dieser Investition den Durchschnitts-Return-on-Investment bei weitem übertrifft", sagt der Studienleiter.

So sehen zwei Drittel der Führungskräfte, dass sich neben den Arbeitsbeziehungen insbesondere die Arbeitsresultate infolge von Weiterbildung "stark" bis "sehr stark" verbessert hätten.

Damit sich Führungskräftequalifizierung lohnt, sollte sie praxisorientiert sein. Die Befragten fordern sichtbare Ergebnisse und wünschen sich, dass Weiterbildungsmaßnahmen "zielgerichtet" und "planvoll" ausgewählt werden.

Allerdings führt in der Praxis nur ein Viertel der Unternehmen eine systematische Entwicklungsplanung für ihre Führungskräfte durch.

Nachbereitung der Fortbildung

Die Hälfte der Unternehmen spricht mit der Führungskraft vorher über Erwartungen und Ziele. Eine Nachbereitung der Fortbildungsmaßnahmen fehle jedoch häufig.

"Die systematische Entwicklungsplanung und die konsequente Integration in die alltäglichen Betriebsabläufe ist nötig, damit Verbesserungen belegbar dokumentiert werden können", betont Forchhammer.

Durchschnittlich wenden die befragten Manager etwa 11,6 Tage pro Jahr für Weiterbildungsmaßnahmen auf. Dabei wird gut ein Drittel der Tage in Führungs- und Verhaltensseminare investiert.

Für 2006 geben die Umfrageteilnehmer an, für ihre Weiterbildung etwas weniger Zeit aufwenden zu können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Sprachausbildung im Vergleich zu 2005 zu- und die nach reinen Fachseminaren abnehmen wird.

Der Bedarf an Coaching und Mentoring zeigt sich, bei leichten Steigerungen, im Wesentlichen stabil. Nach Angaben der Führungskräfte finden die Weiterbildungsmaßnahmen zu 45 Prozent ganz oder teilweise in ihrer Freizeit statt.

Bei den Kosten engagieren sich die Unternehmen eindeutig: 75 Prozent übernehmen sie voll und ganz. (juh)

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