Schmalhans ist Küchenmeister

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 08. März 2006
Wie das Statistische Bundesamt zum Internationalen Tag der Frau mitteilt, stiegen die Bruttoverdienste der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen in Deutschland im Jahr 2005 im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe um 2,3 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte stärker als die Verdienste ihrer männlichen Kollegen (+ 1,8 Prozent).



Ein Grund für den etwas stärkeren Anstieg könnte sein, dass der Anteil der Frauen in besser bezahlten Positionen weiter zugenommen hat. Die Verdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insgesamt nahmen gegenüber dem Jahr 2004 um 1,9 Prozent zu.

Die durchschnittlichen Verdienstunterschiede sind, abhängig von Wirtschaftsbereichen und Qualifikationsniveau, jedoch immer noch hoch. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienten im Jahr 2005 in Deutschland im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe durchschnittlich 2.539 Euro im Monat. Das sind rund 20 Prozent weniger als der Durchschnittsverdienst der Männer (3.182 Euro).

Ein wesentlicher Grund für den Verdienstunterschied dürfte sein, dass Frauen insgesamt seltener in höheren Positionen vertreten sind. So waren 2005 40 Proznt der männlichen Angestellten in Deutschland der Leistungsgruppe zugeordnet, die verantwortliche Tätigkeiten und besondere Erfahrungen voraussetzt.

Unter den weiblichen Angestellten lag dieser Anteil jedoch nur bei 15 Prozent. Bei den Arbeitern waren 61 Prozent der Männer und nur 15 Prozent der Frauen als Fachkräfte tätig.

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern war in den neuen Ländern deutlich geringer als im früheren Bundesgebiet. In den neuen Bundesländern verdienten Arbeitnehmerinnen im vergangenen Jahr durchschnittlich 2.071 Euro und damit nur 11,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (2.346 Euro).

Im früheren Bundesgebiet betrug der Verdienstabstand 20,3 Prozent. Der vergleichsweise geringere Verdienstunterschied in den neuen Ländern steht im Zusammenhang mit der anderen Struktur in den neuen Ländern.

Der Anteil der Arbeiterinnen in der höchsten und besser bezahlten Leistungsgruppe fällt beispielsweise in den neuen Ländern mit 25,3 Prozent doppelt so hoch aus wie im früheren Bundesgebiet.

In der niedrigsten Leistungsgruppe ist der Anteil der Frauen in den neuen Ländern mit 21,4 Prozent dagegen wesentlich geringer als im früheren Bundesgebiet (46,2 Prozent). (juh)

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