Zu wenig Frauen in Chefsesseln

von Judit Hillemeyer
Freitag, 04. Mai 2007
Nach Jahren der Stagnation steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf immerhin 15,4 Prozent. Doch es sei noch deutlich mehr möglich, meint Barbara Schneider, Karriere- und Managementberaterin in Hamburg.



Die positive Entwicklung sei vor allem auf den Frauenanteil im mittleren Management zurückzuführen, zeigt die promovierte Diplomkauffrau auf. "Zwischen dem mittleren und dem Topmanagement herrscht immer noch eine deutliche Diskrepanz, die sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt hat", analysiert Schneider die aktuellen Daten der Hoppenstedt-Studie, in der regelmäßig die Anteile von Frauen in Managementpositionen untersucht werden. Besonders deutlich wird diese Diskrepanz im Mittelstand.

"Die Pipeline für die erste Führungsebene ist gut gefüllt", sagt die Expertin, "doch die meisten Managerinnen kommen auch in mittelständischen Unternehmen über die zweite Führungsebene nicht hinaus. Die gläserne Decke zwischen Top- und Mittelmanagement hat weiterhin Bestand." In Großunternehmen hat sich der Frauenanteil im Topmanagement in den letzten fünf Jahren um immerhin 25 Prozent gesteigert.

"Ein mögliches Indiz dafür, dass die vielfältigen Frauenförderprogramme wie Mentoring oder Coaching in Großunternehmen ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt haben", meint Schneider. Im Europäischen Jahr der Chancengleichheit sei es auch an den Frauen, familienfreundlichere Unternehmensstrukturen deutlich stärker einzufordern. (juh)

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