Frauen erhalten weniger Lohn

von Redaktion LZ
Freitag, 27. Februar 2009
In Deutschland verdienen Arbeitnehmerinnen fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Das geht aus einer Untersuchung des Statistikamts Eurostat in Brüssel hervor.



Demnach liegt der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in Europa bei durchschnittlich 17,4 Prozent, in Deutschland seien es sogar 23 Prozent. Nur in Österreich, den Niederlanden, Zypern, Tschechien sowie Estland sind die Unterschiede noch größer.

Die Gehaltsdifferenz innerhalb Europas ist in Estland mit 30 Prozent am größten, während Italien mit 4 Prozent das geringste Gefälle aufweist. Der EU-Kommissar Vladimir Spidla nannte als Ursachen für die divergierenden Gehälter "die hohe Teilzeitquote von Frauen und ihr hoher Anteil im Niedriglohnbereich".

Die Erwerbsquote der Frauen sei in Deutschland relativ hoch. Je höher die Partizipation der Frauen am Arbeitsmarkt, desto steiler das Lohngefälle, so der EU-Kommissar. Er fordert, Arbeitgeber sollten das Prinzip "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" anwenden und qualifizierten Frauen den Zugang zu Führungspositionen ermöglichen.

Nach Angaben der Brüsseler Kommission seien weibliche Arbeitskräfte häufig besser ausgebildet als Männer. Allerdings müssen sie oft ihre Kinder zu Hause versorgen. Noch immer arbeiten europäische Männer im Schnitt sechs, Frau dagegen 25 Stunden pro Woche im Haushalt. (nat)

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