Mittelalterliche Zustände

von Redaktion LZ
Donnerstag, 03. März 2005
LZ|NEZ/juh. Geschäftsführung und Aufsichtsrat in österreichischen Unternehmen sind fest in Männerhand. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer (AK) von 379 Kapitalgesellschaften mit Aufsichtsrat.



Von 829 Geschäftsführern und Vorständen waren nur 24 Frauen. Das sind 2,9 Prozent.

"Eine Frau in der Geschäftsführung ist in Österreich die absolute Ausnahme", sagt AK-Betriebswirtschaftsexpertin Auri Hornung-Novacek. "Das Sagen in Österreichs Unternehmen haben ganz klar die Männer."

Ähnlich "mittelalterlich" wie die Geschäftsführung sind der AK-Studie zufolge auch die Mandate im Aufsichtsrat verteilt. Von 2.859 Aufsichtsratsmandaten sind nur 216 mit Frauen besetzt - das sind 7,6 Prozent.

"Die Folgen für die Arbeitnehmerinnen sind klar: Wenn Geschäftsführung und Aufsichtsrat fast nur von Männern besetzt werden, heißt das, dass die Interessen der beschäftigten Frauen bei den wichtigen strategischen Unternehmensentscheidungen zu wenig berücksichtigt werden", so Hornung-Novacek.

Die AK forderte die Vertreter der Wirtschaft auf, Aspekte des "Gender Mainstreaming" auch in die Unternehmensorgane zu tragen.

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats