Von Gleichberechtigung noch immer weit entfernt

von Redaktion LZ
Freitag, 12. November 2004
Personalentscheidungen sind nach wie vor von Vorurteilen beeinflusst. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Frühjahr mit Studierenden der Universität Konstanz durchgeführt wurde.



Vor allem bestätigt die Untersuchung, dass Frauen bei Personalauswahlentscheidungen immer noch benachteiligt werden: Diejenigen, die sich für einen typischen "Männerberuf" bewarben, wurden in einem Bewerbungsgespräch von männlichen Interviewpartnern vorwiegend als ungeeignet eingeschätzt.

Führten dagegen Frauen das fiktive Einstellungsinterview mit der Bewerberin, die in dem Bewerbungsgespräch stets die gleichen standardisierten Antworten auf gestellte Fragen gab, wurde sie deutlich häufiger eingestellt. Grund: Weibliche Personalentscheider schätzten die soziale Kompetenz und Motivation der Bewerberin höher ein als ihre männlichen Kollegen.

Damit werden Daten des Bundesinstituts für Arbeit, nach denen nur 1,7 Prozent der Frauen in der Wirtschaft als Führungskräfte tätig sind, bestätigt.

Belegt wird außerdem, dass die Gleichberechtigung der Frauen - trotz aller Bemühungen - im beruflichen Alltag in bestimmten Bereichen nur schwer umgesetzt werden kann.

Trainerin und Dozentin Dr. Martina Stangel-Meseke, Leiterin der Studie, fordert deshalb, dass Personalentscheider in Trainingsseminaren für diese unbewusste Benachteiligung der Frauen bei Auswahlentscheidungen stärker sensibilisiert werden. (ba)

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