Technische Disziplinen für Frauen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 19. November 2004
Die Universität Hannover ist Gewinnerin des Hochschulwettbewerbs "Get the Best". Die Initiative D21 lobt deren Konzept, das Frauen bei naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen unterstützt.



Den weiblichen Nachwuchs für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge gewinnen - unter dieser Prämisse schrieb die Initiative D21 einen bundesweiten Hochschulwettbewerb aus, den die Universität Hannover mit einem Gesamtkonzept gewonnen hat. Ihr wurde das Preisgeld von 20 000 Euro vergangene Woche in Bremen überreicht.

Die Universität Hannover unterstützt Studentinnen bei der Bewältigung struktureller Barrieren wie Kinderbetreuung und Netzwerkkontakten sowie der Vorbereitung auf den Berufseinstieg. An dem Konzept beteiligen sich insbesondere die Fachbereiche Ingenieurwesen und Informatik sowie Wirtschaftsunternehmen.

Kontinuierlich werden von der Uni alle Maßnahmen hinsichtlich ihres Erfolgs überprüft.

Schnuppertage nutzen

Den zweiten Platz belegte die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Dort schreibt sich ein hoher Prozentsatz interessierter Schülerinnen, die das Schnupperangebot "Studentinnen für einen Tag" wahrgenommen haben, für ein Studium an der FH ein.

Die Jury vergab zwei dritte Plätze: Die Universität Stuttgart überzeugte mit der breiten Beteiligung der Fachbereiche an dem Projekt "Probiert die Uni aus". Dazu gehören auch Maßnahmen zur Gewinnung von Studentinnen für das Maschinenbaustudium.

Die TFH Berlin konzentriert sich auf die Zielgruppe der Schülerinnen und bietet verschiedene Netzwerkaktivitäten.

Als Konzepte mit Zukunftspotenzial wurden vier weitere Beiträge ausgezeichnet: die Wettbewerbskonzepte der Universität Bremen, der FH Nordost-Niedersachen, der TU Berlin und der Hochschule Görlitz/Zittau.

Die Schirmherrschaft für den diesjährigen Wettbewerb hat Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, übernommen.

Der Initiative D21 gehören unter anderem Siemens, Cisco, Intel, Microsoft Deutschland und Vodafone an.

Die Mitgliedsunternehmen haben insgesamt 50 000 Euro zur Verfügung gestellt sowie die Ausstattungen der IT-Academy finanziert und Praktika- sowie Werkstudentinnenplätze zur Verfügung gestellt.

Die Jury

Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Bildung: Thomas Ganswindt, D21-Vorsitzender und Mitglied des Zentralvorstands der Siemens AG, Jürgen Gallmann, stellvertretender D21-Vorsitzender und Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland GmbH, Veronika Altmeyer, Mitglied des Vorstands T-Online, Ulrike Flach, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Jörn Hüsgen, Chefredakteur der Jungen Karriere und Prof. Marion Schick, Präsidentin der Fachhochschule München.

Sie hoben besonders die Notwendigkeit eines hohen Qualitätsbewusstseins und einer große Portion an Eigeninitiative der Hochschulen hervor. Wichtige Kriterien waren weiterhin eine stringente Erfolgskontrolle der Maßnahmen, die Verbindung von Schule-Hochschule-Wirtschaft und das Ziel einer Strukturveränderung, die auf Nachhaltigkeit angelegt ist.

D21 will diese Initiative zur Unterstützung hervorragender Konzepte von Hochschulen zur Gewinnung und Qualifizierung des weiblichen Nachwuchses für Ingenieur- und Naturwissenschaften fortsetzen.

Mit weiteren Leuchtturmprojekten wie dem Innovationswettbewerb "Vision2Market" unterstützt D21 die Umsetzung innovativer Ideen und Produkte in konkrete Geschäftsmodelle und marktfähige Produkte. Initiator des Wettbewerbs ist der Verein Frauen geben Technik neue Impulse e.V. (juh)

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