Interview "Führungskultur ist Penny ein zentrales Anliegen"

von Christiane Düthmann
Freitag, 31. Januar 2014
Christopher Ranft, Bereichsleiter Human Resources bei Penny
Rewe
Christopher Ranft, Bereichsleiter Human Resources bei Penny
Im Kampf um die besten Köpfe müssen Arbeitgeber ihr Profil schärfen. Etliche Unternehmen aus Handel und Industrie haben dazu Employer-Branding-Kampagnen gestartet. Discounter Penny macht mit dem Slogan "Dabei sein, wenn’s passiert" seit 2012 auf sich aufmerksam und wirbt offensiv mit den Veränderungen, die er sich verordnet hat. Durchaus mit Erfolg, wie Personalchef Christopher Ranft vermerkt. Doch noch sind nicht alle Baustellen beseitigt.
 

 

 

Herr Ranft, grenzt sich Penny mit seinem Auftritt bewusst gegenüber dem der Rewe Group ab?

Penny als Teil der Rewe-Gruppe will diese Zusammengehörigkeit ganz klar und offensiv spielen. Auf Veranstaltungen präsentieren wir uns mit einem gemeinsamen Stand. Trotzdem hat jede Geschäftseinheit ihr eigenes Markenverständnis, und auf dem Bewerbermarkt ist ein eigenes Image als Arbeitgeber wichtig. Das ist der Grund, warum wir diese Kampagne entwickelt haben.





 

Hat es der Discount gegenüber dem Vollsortimenter schwerer, geeignete Bewerber zu finden?

Nein. In den vergangenen Jahren wurde es aufgrund der demografischen Entwicklung insgesamt schwieriger, geeignete Kandidaten zu finden, vor allem Auszubildende. Aber da geht es unseren Kollegen von Rewe genauso.



Wie messen Sie den Erfolg der Kampagne?

Im Online-Bereich ermöglichen die E-Recruitingsysteme ein schnelles Feedback. Zudem sind die Klickraten auf unseren Karriereseiten enorm gestiegen – bis Mitte 2013 um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Azubis haben wir mit knapp 15.000 unser altes Niveau an Bewerbungen wieder erreicht. Das ist für uns ein großer Erfolg, gerade vor dem Hintergrund insgesamt rückläufiger Schülerzahlen.



Wie steht es um die Qualität?

Bei den Trainees und den Bezirksleitern im Vertrieb ist die Rechnung aufgegangen und wir haben tolle Kandidaten gewinnen können. Was uns noch Bauchschmerzen macht, ist der Bereich der Azubis.



Wo werden Sie in Zukunft die Schwerpunkte legen?

Wir werden die derzeitigen Aktivitäten fortführen und weiter ausbauen. Employer Branding kann man heute nicht mehr als eine einmalige Kampagne betreiben. Es ist vielmehr eine dauerhafte Aufgabe, bei der es immer wieder neue Schwerpunkte oder phasenweise verstärkte Aktivitäten geben wird.



Welche Maßnahmen und Projekte planen Sie für 2014?

Wir werden an unserer Internetpräsenz weiterarbeiten, wollen verstärkt auf Messen präsent sein und planen, unsere Social-Media-Aktivitäten auszubauen. Ein weiterer Fokus ist das Schulmarketing und der Ausbau von Nachhaltigkeitsprojekten insbesondere im Bereich der Azubis.



Da sind Sie nicht die einzigen. Wie wollen Sie sich abheben?

Man muss nicht nur bei der Wahl der Maßnahmen Innovationsfreude und Kreativität zeigen, sondern auch bei den Themen, mit denen man nach außen geht. Für Penny sind Führungskultur und Betriebsklima zentrale Anliegen, denn diesbezüglich befinden wir uns in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Wir brauchen kreative Menschen, die in der Lage sind, neue Konzepte zu entwickeln, und diesen Prozess aktiv mitgestalten wollen.



Wie passt das zum taffen Image eines Discounters?

Man darf das nicht mit einem Kuschelkurs verwechseln. Wir glauben, dass eine moderne Führungskultur einen wertschätzenden, respektvollen Umgang und Konsequenz verbindet. Die Tatsache, dass etliche ehemalige Mitarbeiter von namhaften Wettbewerbern zu uns kommen, zeigt, dass wir damit richtig liegen.



Kann Penny mit den Einstiegsgehältern von Aldi und Lidl für Verkaufsleiter-Trainees mithalten?

Wenn man das Gesamtpaket betrachtet, ja. Auch bei den anderen Einstiegen müssen wir uns nicht verstecken.



Aber Geld ist nicht alles. Die Generation Y formuliert neue Ansprüche. Gibt es Work-Life-Balance im Discount?

Aber ja! Wir haben ganz normale Arbeitszeiten, die Raum für das Privatleben lassen. Zudem kann man bei uns in unterschiedlichsten Stundenmodellen in Teilzeit arbeiten. Wobei, das gebe ich offen zu, der Führungskräftebereich hinterherhinkt. Seite 41

(cd)

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