Differenzierung als Kerngeschäft

von Hans Jürgen Schulz
Freitag, 06. Oktober 2006
Differenzierung als Kernaufgabe unternehmerischen Handelns stellte das Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) auf der 56. Internationalen Handelstagung in Zürich vor.



"Differentiate or die" - mit dieser drastischen Kontrastierung stellte das GDI auf der Tagung die Frage nach der Perspektive für die aktuellen Handelsformate. Nach Auffassung von GDI-Chef David Bosshart steht die gesamte Branche vor gigantischen Herausforderungen, weil sie sich in vorwiegend gesättigten Märkten bewegt.

"In unseren westeuropäischen Märkten sind wir quasi schon beim Dessert angelangt, während aufstrebende Länder wie China und Indien noch auf die Vorspeise warten." Entsprechend hungrig und innovativ sei die Konkurrenz, mit der sich die Etablierten mehr und mehr auseinandersetzen müssten.

Seine Konsequenz: "Die alte Logik des schneller, besser, billiger funktioniert nicht mehr". Gefordert sei jetzt der Mut zu radikalen Reformen. Eine Riesenchance für unternehmerisches Handeln.

Neue Konzepte entwickeln

Unternehmen, die mit vorausschauenden Entscheidungen langfristig erfolgreich sind, stellten in Zürich Konzepte vor. Dass es dabei um mehr als nur Preispolitik geht, machte Tony Vasishta, Development Director bei Tesco, deutlich. "Teil der Erfolgsstory ist, dass Tesco für mehr bekannt ist als nur den Preis."

Einfaches Einkaufen und Angebote, die zum Teil sogar auf den jeweiligen lokalen Markt zugeschnitten sind, seien das Erfolgsrezept des englischen Handelskonzerns. Das Gesamtpaket und nicht der Preis sei entscheidend.

Auch Daniel Bernard, der ehemalige Carrefour-Chef und heutige Non-Executive Chairman von Kingfisher, sieht in Differenzierung durch Markenbildung einen Kernaspekt im Wettbewerb. Bei dem aktuellen Trend zur Globalisierung macht er indes klare Grenzen aus: "Die Globalisierung ist auf dem Gipfel angelangt", so Bernard.

Selbst scheinbar verwandte Märkte seien im Detail meist so unterschiedlich, dass ein guter Händler sie nicht einfach gleich behandeln könne. Beispiele, wie von Textilhändler Breuninger und Lebensmittelhändler Tegut zeigten, wie sich auch regionale Anbieter mit klarer Profilierung gegen etablierte Player behaupten können. (hjs)

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