Innovative Funktionen stärker gefragt

von Judit Hillemeyer
Freitag, 18. Januar 2008
Viele Unternehmen der mittelständischen Lebensmittelindustrie haben es schwer, qualifizierte Stellen zu besetzen. Die Durchschnittsgehälter sind in dieser Branche im vergangenen Jahr eher moderat gestiegen.



"Auch in diesem Jahr wird sich der Wettbewerb um spezialisierte Fachkräfte fortsetzen", prognostiziert Tim Rau, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Consultants GmbH für Organisationsentwicklung und Personalmanagement, Wörthsee. Das Beratungsunternehmen war 2007 an 138 Stellenbesetzungen beteiligt und verfügt derzeit über 7.800 Kandidatenprofile inklusive Gehaltsangaben.

Die Ansprüche der Arbeitnehmer steigen kontinuierlich. "Kandidaten mit {sbquo}unsauberem' Lebenslauf oder fachlichen Lücken erhalten trotz angespannter Arbeitsmarktlage und durchaus vorhandenem Personalbedarf der Unternehmen zumindest bei direkter Bewerbung nur selten eine Chance", so Rau.

Gesuchte Fachleute

Insgesamt wird es für Lebensmittelproduzenten jedoch zunehmend schwieriger, passende Kandidaten zu finden, weil berufserfahrene Arbeitnehmer zwar latent wechselwillig sind, sich aber nicht aktiv bewerben. Verschärfend komme bei einigen Fachrichtungen wie Ingenieuren hinzu, dass es tatsächlich zu wenig Bewerber auf dem Arbeitsmarkt gebe.

Ein weiteres Problem ist laut der Personalberatung die geringe Mobilität potenzieller Kandidaten. Passende Interessenten für offene Positionen gibt es zwar, aber nicht unbedingt dort, wo sie gebraucht werden. Eine Stellenbesetzung könne beispielsweise im Vertrieb durch ein Home Office erleichtert werden, empfiehlt Rau.

Im Durchschnitt über alle Funktionen hinweg sind die Gehälter im Jahr 2007 nur leicht gestiegen. Spitzenreiter sind die Vergütungen insbesondere für Leitungsfunktionen in den kostenreduzierenden oder innovativen und Wachstum schaffenden Kernbereichen. So war beim Controlling-Leiter ein durchschnittlicher Gehaltsanstieg von 4 Prozent zu verzeichnen. Bei den Projekt- bzw. Verfahrensingenieuren gibt es einerseits weniger Absolventen, andererseits eine durch Investitionen in Anlagenmodernisierungen und in die neuen Märkte um 9 Prozent erhöhte Nachfrage.

Gefragte Funktionen

Viele Unternehmen hoffen, durch das Einrichten leitender Positionen in Marketing und Vertrieb die Nachfrage insbesondere im Bereich Industrievertrieb zu forcieren.

Bei Funktionen, die nicht direkt zur Wertschöpfung beitragen (insbesondere im Verwaltungsbereich mit Ausnahme des Controlling), sind die Vergütungen eher gesunken. Beim Personalleiter beträgt das Minus 3 Prozent. Die Rückgänge sind vor allem in oberen Vergütungsbereichen spürbar.

Gesucht werden Hochschulabsolventen mit mindestens ein bis zwei Jahren Berufserfahrung, die relativ schnell einsatzbereit sind. Absolventen ohne nennenswerte praktische Erfahrungen finden deshalb nur schwer einen Einstieg. Künftig werden leistungs- und erfolgsbezogene Gehaltsbestandteile im Durchschnitt zunehmen. Die Investition in die Weiterbildung vorhandener Mitarbeiter und in das Betriebsklima werden wichtiger. Hier sollten bislang wenig mitarbeiterorientierte Unternehmen umdenken.

(juh)

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