Lohn im Spiegel der Branchen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 10. März 2006
In der mittelständischen Konsumgüterindustrie wird im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich bezahlt. Die Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin hat die Grundvergütung von dreizehn Konsumgüterherstellern sowie deren Gehaltszusammensetzung mit der der General Industry verglichen. Im Fokus stehen Fach- und Führungskräfte.



Untersucht wurden die Jahresgehälter von Managern und Fachexperten in der Konsumgüterindustrie in einem übergreifenden Branchenvergleich mit Dienstleistern, Kreditinstituten, der Pharma- und Automobilindustrie sowie Logistikunternehmen.

Auf der Managementebene liegt die Vergütung in der Konsumgüterbranche 15 bis 25 Prozent über der aller anderen Wirtschaftsbereiche. Gleiches gilt für Fachkarrieren. Hier ist im Branchenvergleich allerdings nur 10 Prozent mehr zu verdienen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung für das Jahr 2005 von der Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin.

Moderate Gehaltserhöhungen

Im Durchschnitt beziehen Manager in der Konsumgüterbranche ein Jahresgrundgehalt von 105.000 bis 140.000 Euro. In anderen Branchen liegt dieser Wert zwischen 90.000 und 110.000 Euro. Bei den Fachkräften wurde im Schnitt eine Vergütung von 65.000 bis 90.000 Euro (FMCG) und von 60.000 bis 80.000 Euro in der General Industry (GI) ermittelt.

Die Gehaltserhöhungen in der Konsumgüterbranche waren im vergangenen Jahr eher moderat. Sie lagen bei 2,5 Prozent, während sie sich in allen anderen Wirtschaftszweigen im Schnitt um 3,2 Prozent bewegten. Den geringen Anstieg im Bereich Fast Moving Consumer Goods (FMCG) führt Petra Knab-Hägele, Principal bei Towers Perrin, auf die große Kaufzurückhaltung der Deutschen zurück. Für 2006 wird bei den Konsumgüterherstellern ein Vergütungszuwachs um ein halbes Prozent auf 3 Prozent erwartet; 3,2 Prozent sollen es in allen anderen Branchen sein.

Fast alle FMCG-Manager beziehen einen Bonus beziehungsweise profitieren von Short-Term-Incentives. Die Berechtigung liegt bei 90 bis 100 Prozent. Im Allgemeinen rangiert diese Zahl bei rund 80 Prozent - wobei die Höhe der Zielbarvergütung ungefähr gleich ist, nämlich zwischen 15 bis 20 Prozent (FMCG) und 15 bis 20 Prozent bei allen Industriezweigen.

Bei den Fachkarrieren sind dagegen unter den Konsumgüterherstellern nur 60 bis 85 Prozent berechtigt, Boni zu bekommen. In anderen Firmenzweigen sind es 70 Prozent. Hier wird die etwas geringere Grundvergütung bei der General Industry durch etwas höhere Bonusprozentsätze wieder aufgeholt.

Boni sind üblich

Im FMCG-Bereich liegt die Teilnahmeberechtigung an Long-Term-Incentive-Plänen teilweise deutlich unter der anderer Branchen. Unter den FMCG-Managern hatten 2005 nur 5 bis 40 Prozent in den Verträgen stehen, beispielsweise von Aktienoptionsprogrammen zu profitieren.

In anderen Wirtschaftszweigen sind schon 35 bis 40 Prozent dieser Ebene zuzuordnen. Bei den Fachkräften "spielen Long-Term-Incentives in der Konsumgüterindustrie kaum eine Rolle", so Dr. Ute Scholz, Consultant bei Towers Perrin. Sie sind dort eher unüblich, während in anderen Wirtschaftsfeldern immerhin 25 bis 30 Prozent der Mitarbeiter auf Fachebene partizipieren.

Auf der Managementebene ist die Dienstwagenberechtigung deutlich höher ausgeprägt als bei Fachkräften im FMCG-Bereich, was meist mit dem Führungsstatus verbunden ist und diese Position untermauern soll. In der Konsumgüterbranche liegen die Bruttopreise der Fahrzeuge bis zu 25 Prozent über dem anderer Industriezweige.

Auch die Managementberatung Kienbaum kommt zu dem Ergebnis, dass in der Nahrungs- und Genussmittelbranche Leistung überdurchschnittlich honoriert wird. Demnach verdient ein Geschäftsführer/Vorstand im Marketing und Vertrieb in einem Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern 304.000 Euro. Das sind knapp 18 Prozent mehr als in sechs weiteren betrachteten Industriezweigen im Mittel gezahlt werden. (juh)

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