Gehalt ist ein Tabuthema

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. Februar 2008
Deutsche schachern nicht allzu gerne. Das trifft auch auf Gehaltsverhandlungen zu. 43 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte haben mit ihrem Vorgesetzten noch nie ihr Gehalt verhandelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Stepstone-Umfrage.



38 Prozent der Befragten verhandeln ihr Einkommen ein Mal im Jahr, 14 Prozent alle zwei Jahre. Lediglich fünf Prozent besprechen das Thema mehr als ein Mal jährlich mit ihrem Chef. Das ergab eine internationale Umfrage des Online-Stellenportals Stepstone.

"Die ermittelten Zahlen decken sich mit unseren Analysen: Gehaltsthemen sind gefragt. Fast jeder Arbeitnehmer ist daran interessiert, aber wenige sprechen darüber - ein klassisches Tabuthema. Aus Sicht der Unternehmen kann das gefährlich sein. Fachkräfte, die keine Gehaltsangleichungen erhalten, sind unzufrieden und sehen sich früher oder später nach einem besser dotierten Job um.

In Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich kein Unternehmen leisten, auf diese Weise qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren", so Frank Hensgens, Vorstand der Stepstone Deutschland AG.

Im internationalen Vergleich verhandeln nur die italienischen Fach- und Führungskräfte ihr Gehalt noch seltener als die deutschen. Hier geben 46 Prozent der Befragten an, noch nie in diesem Kontext aktiv geworden zu sein. Dazu kommen weitere 19 Prozent, die das nur alle zwei Jahre tun.

Im Gegensatz dazu stehen die Schweden und Franzosen: Sie besprechen zu 61 Prozent beziehungsweise 65 Prozent jährlich die Höhe ihres Einkommens mit ihren Vorgesetzten. Im europäischen Durchschnitt verhandeln 43 Prozent der Fach- und Führungskräfte ihr Gehalt ein Mal pro Jahr, 40 Prozent haben dies noch nie getan.

An der Umfrage in Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Italien, Belgien, den Niederlanden und Frankreich beteiligten sich insgesamt 26.682 Menschen, allein 9.711 in Deutschland (juh)

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