Karriereziel Vulkaneifel

von Jörg Konrad
Freitag, 10. Oktober 2008
Das Brunnenunternehmen lockt aufstrebende Nachwuchskräfte mit professioneller Personalarbeit, attraktiven Konditionen und Aufgaben in die ländlich strukturierte Eifel. Bewerber, die "große Entscheidungsspielräume und die Entwicklungsperspektiven eines mittelständischen Arbeitgebers" schätzen, sind hier gut aufgehoben.



Wer in diesen Herbsttagen bei herrlichem Herbstwetter mit dem Pkw durch das autobahnferne Umland auf Gerolstein zurollt, kann ein lebhaftes Farbenspiel erleben - orangerote Wälder, blauer, wolkenloser Himmel. Indian Summer in der Eifel eben.

Landschaft pur zählt entsprechend zu den Attributen, mit denen das zur Bitburger-Braugruppe gehörende Mineralwasserunternehmen zumindest naturbegeisterte Nachwuchskräfte aus urbanen Gebieten in die ländliche Region zu locken versteht. Motto: Arbeiten dort, wo andere Wander- und Mountainbike-Urlaub machen.

Dass die Personalakquise für das mittelständische Unternehmen bei weniger natursportbegeisterten Kandidaten kein ganz so leichtes Unterfangen ist, gibt man im Unternehmen unumwunden zu. "Die Eifel ist nicht der Nabel der Welt."

Die rheinland-pfälzische Gemeinde Gerolstein zählt gerade einmal 7.500 Einwohner, die gleichnamige Verbandsgemeinde kommt auf 14.000. Das Kulturleben ist - jenseits von lokalen Sport- und Musikvereinen - schwach ausgeprägt. Jedenfalls in den Augen jener, die es an Metropolen wie Hamburg, München und Berlin als berufliche Wirkungsstätte messen. Bis Köln sind es immerhin 80 Kilometer, bis Trier oder Koblenz kaum weniger.

Arbeiten in der Provinz

"Es verlangt schon eine gewisse Bereitschaft zur Umgewöhnung", so die persönliche Erfahrung von Dr. Martina Hentze. Die konzernerfahrene Prokuristin und Bereichsleiterin Personal des Eifelbrunnens weiß, wovon sie spricht.

Sie selbst fand vor Jahren von Unilever in Hamburg kommend den Weg in die Provinz. "Das war die richtige Entscheidung", ist sie heute sicher. Das Unternehmen aus dem Herzen der Vulkaneifel habe entscheidungsfreudigen, gut ausgebildeten Hochschulabgängern und qualifizierten Nachwuchsmanagern ebenso wie Fachkräften mit gewerblicher oder kaufmännischer Ausbildung einiges zu bieten.

Gerolsteiner stehe als Wunscharbeitgeber für "marktorientierte Vergütungen, Innovationskraft, ein gutes Image als Marktführer, mit einer wertschätzenden, zeitgemäß offenen Unternehmenskultur", betont Hentze. Die vertriebenen Marken bieten als "natürliche Qualitätsprodukte hohe Identifikationsmöglichkeiten".

Kollegiales, angenehmes Arbeitsklima, Sicherheit und soziale Absicherung sind ebenfalls Anwerbungsattribute, die Bewerber aufhorchen lassen. Dazu kommt ein breites Angebot an Standard- und maßgeschneiderten Führungskräfteseminaren sowie -entwicklungsveranstaltungen. Die ein- bis mehrtägigen Veranstaltungen sind modulartig aufgebaut - vom "Wirksamen Führen" über Teamarbeit, Projekt- oder Changemanagement bis zum Einzel- oder Gruppen-Coaching.

"Wir sind keine kleine Bude, sondern ein attraktiver Arbeitgeber, der sich zu seiner regionalen Verankerung bekennt, beheimatet in einer Region mit vielen Vorzügen", beschreibt Hentze die Personalstrategie des Mineralwasserabfüllers, der sich in einem im Umbruch befindlichen, komplexen, hoch kompetitiven Markt immer stärker zu einem breit aufgestellten Erfrischungsgetränkehersteller entwickelt, bei der jüngsten "Young Business Factory"-Veranstaltung der LZ.

Das Personalmarketing richte sich dabei an Kandidaten in und außerhalb der Eifel. Großen Wert legt Gerolsteiner dabei auf eine "gesunde Mischung" zwischen einheimischen und zugezogenen Mitarbeitern.

Als nach eigenen Angaben führender Exporteur von deutschem Mineralwasser - in die Benelux-Länder, aber auch in die USA und nach Japan - gilt im Unternehmen längst nicht mehr der "kleine Eifel-Kirchturm-Horizont" als Maß aller Dinge.

"Wir sind kein Weltkonzern, aber in der Welt zuhause", bringt Hentze die Unternehmensphilosophie auf den Punkt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei elf Jahren, wobei die Unterschiede zwischen gewerblichen Mitarbeitern und Führungskräften nicht signifikant ausfallen. Die Fluktuationsrate sei gering.

Wie in der Ernährungs-, der Getränke- und Handelsbranche weitgehend üblich, nutzt die Bitburger-Tochtergesellschaft die bekannten Instrumente zur Personalbeschaffung - von internen Stellenausschreibungen über Anzeigenschaltungen in Printmedien bis zu Personalberatern und der Präsenz auf Messen sowie Jobbörsen. Darüber hinaus wird der Kontakt zu Hochschulen gepflegt. (kon)

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