Vorbeugen ist besser als Heilen

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 13. April 2006
Prof. Dr. Dietrich Baumgart, Foto: Preventicum
Prof. Dr. Dietrich Baumgart, Foto: Preventicum
Der Gesundheits-Check als Incentive für Führungskräfte. Darauf ist die Diagnose-Klinik Preventicum eingerichtet - zum Erhalt der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern.



Ein klassisches Managerproblem: Bewegungsmangel, hohe Anspannung gepaart mit unausgewogener Ernährung. Hinzu kommen übermäßiger Kaffee-, Alkohol- und Zigarettenkonsum. Irgendwann gibt der Körper nach. Er reagiert mit Bluthochdruck, Kopf- und Magenschmerzen oder Schlimmerem, weiß Internist und Kardiologe Prof. Dr. Dietrich Baumgart, Ärztlicher Direktor der Preventicum GmbH in Essen.

Vorbeugen ist besser als heilen. Nicht nur für die Betroffenen, auch für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie die Gesundheit und damit die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter erhalten. Gerade kluge Köpfe sind immer schwerer zu ersetzen.

Gesund und fröhlich

Preventicum ist eine Klink für Diagnostik und Beratung. Getragen wird sie von 24 Einzelgesellschaftern. Einer davon und gleichzeitig ihr Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. Ulrich Wolters, ehemaliger Aldi-Süd-Geschäftsführer. "Gesundheit sollte möglichst erhalten werden, anstatt erste manifeste Krankheiten zu behandeln", sagt er. "Wer gesund ist, ist fröhlicher, ausgeglichener und leistungsfähiger - davon profitieren auch Unternehmen."

Preventicum ist speziell auf die knapp bemessene Zeit von Managern eingerichtet. Innerhalb von vier Stunden kann eine vollständige Untersuchung durchgeführt werden. Je nach Alter und Bedarf werden drei verschiedene Diagnose-Pakete angeboten. Sie bewegen sich zwischen 400 und 2 500 Euro pro Patient.

Je mehr Mitarbeiter eine Firma in das Programm aufnimmt, desto eher gibt es einen Verhandlungsspielraum. Gebrauch davon machen Handelshäuser wie Douglas und Kik ebenso wie Unternehmen der Energiewirtschaft oder Automobilindustrie.

Foto: Preventicum, Essen
Der Gesundheits-Check dient der Vorsorge, dem Aufspüren von potenziellen Risiken, so Baumgart. Auf diesem Wege können sich außerdem Patienten, die bereits einen Befund haben, eine zweite Meinung einholen.

"Sämtliche Untersuchungsergebnisse werden ausschließlich an die Patienten weitergegeben", betont der Arzt. Es sei noch nie vorgekommen, dass ein Arbeitgeber versucht hätte, Einblick in die Untersuchungsergebnisse zu gewinnen.

In jungen Jahren halten sich die meisten Menschen nicht nur für kerngesund, sondern ihr Leben für unendlich. "Mitte 50 können sich dann die ersten körperlichen Reaktionen einstellen", weiß der Mediziner. Viele geben sich der Illusion hin, im Ernstfall wäre alles machbar - eine blanke Illusion.

"Fach- und Führungskräfte müssen lernen, mit ihrem Körper genauso sorgsam umzugehen wie mit der Verantwortung gegenüber ihrer Arbeit", sagt er. Bei vielen genieße der Beruf hohe Priorität und die eigene Gesundheit stehe hinten an.

Stiefmütterliche Vorsorge

Medizinische Vorsorge wird von vielen Menschen in Deutschland eher stiefmütterlich behandelt. Nur jede dritte Frau und jeder siebte Mann gehen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Ein Grund dafür seien die konventionellen und zum Teil unangenehmen Untersuchungstechniken und Methoden.

Hinzu komme ein relativ großer Zeitaufwand. "Mit unserem Ansatz nehmen wir vielen die Angst vor den Untersuchungen und ersparen damit den Besuch bei zehn Fachärzten". Im Fokus stehen neben der allgemeinen Diagnostik vor allem Arterien, Gehirn, Herz, Dickdarm und Lunge.

Preventicum hat sich auf Untersuchungen mit der strahlenfreien Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) spezialisiert. Damit ließe sich selbst nach kleinsten Veränderungen im Körper genauestens forschen.

Foto: Preventicum, Essen
In Verbindung mit dem patentgeschützten Darstellungs-Verfahren "AngioSURF" kann das Spezialistenteam aus Kardiologen, Radiologen, Internisten und Ärzten aus anderen Fachbereichen innerhalb von 72 Sekunden alle Arterien von Kopf bis Fuß nahtlos aufzeichnen. Ermittelt werden so die körperlichen Stärken und Schwächen.

Dem diagnostischen Ergebnis schließt sich eine individuelle Beratung an. Ein schwerwiegender Befund als Ergebnis der Vorsorguntersuchung sei die absolute Ausnahme, weiß Baumgart. "In akuten Fällen überweisen wir zu einem Spezialisten."

Ausgewogene Ernährung

Es sind eher die schleichenden Prozesse und Risiken. Den meisten fehle das Bewusstsein für eine gesunde und dennoch genussvolle Lebensführung. Auf den persönlichen Lebensstil werden individuelle Konzepte zur Gesundheitserhaltung zugeschnitten.

Angeboten werden Ernährungsseminare, außerdem Therapeuten, Therapiegruppen aber auch Personaltrainer, die bewegungsarmen Managern Sport nahe bringen, vermittelt. "Wir greifen auf ein Netzwerk verschiedener Einrichtungen zurück", so Baumgart. (juh)

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