Schwarzbuch deckt auf

von Redaktion LZ
Mittwoch, 01. Juni 2005
Mit dem "Schwarzbuch Ausbildung" macht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) jetzt auf angebliche Missstände in der beruflichen Ausbildung aufmerksam. 77 "gravierende" Fälle sind aufgelistet.



Darin berichten Auszubildende über unzumutbare Arbeitsbedingungen und ausbildungsfremde Tätigkeiten. Sie müssten immens viele Überstunden leisten, ihnen würde Urlaub gestrichen, Ausbildungsvergütungen nicht gezahlt, es werde gemobbt, einige gar sexuell belästigt.

Besonders betroffen seien Jugendliche im Einzelhandel und in Büroberufen, auch in der Medienbranche oder im Hotel- und Gaststättenbereich würden gehäuft Probleme auftreten. Gesammelt wurden die Fälle vom DGB seit Sommer 2003 im Rahmen einer Online-Beratungsaktion.

Rund 2 000 Jugendliche haben sich bislang gemeldet. Ingrid Sehrbrock, Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes, kündigte an, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) einen "Qualitätspakt anzubieten, damit diese Mängel abgestellt werden".

Sie forderte die Kammern zu stärkerer Kontrolle auf. Dennoch weist der DGB darauf hin, "dass nach wie vor sehr viele Betriebe gute Ausbildung abliefern". (ba)

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