Gremien werden professioneller

von Redaktion LZ
Freitag, 15. Juni 2012
Vergütung einfacher Beiratsmitglieder
LZ-Grafik
Vergütung einfacher Beiratsmitglieder
Effiziente Strukturen, aber eine geringe Vergütung bescheinigt eine Befragung den Beiräten im Mittelstand.
Nur die Hälfte der Handelsunternehmen hat einen Beirat. In der Industrie sind es 70 Prozent, so das Ergebnis einer Untersuchung der Beratung für Unternehmensführung und -nachfolge (BfUN). Grundsätzlich bescheinigt Dr. Christoph Achenbach den Beiräten im Mittelstand ein zunehmende Proffesionalität und effiziente Arbeitsprozesse. Der Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der BfUN sieht bei der Vergütung der Gremienmitglieder jedoch Handlungsbedarf: Die Entlohnung falle in der Regel zu "schlank" aus, so das Fazit seiner Befragung. "Die Zunahme von Komplexität und Verantwortung verlangt nach angemessener Bezahlung."


Einfache Beiratsmitglieder erhalten pro Jahr durchschnittlich rund 12.000 Euro, wobei mit der Umsatzgröße des jeweiligen Unternehmens auch die Höhe der Vergütung ansteigt. 43 Prozent der befragten Unternehmen zahlen dem Beiratsvorsitzenden das Gleiche wie den einfachen Beiratsmitglieder. Bei neun von zehn Firmen tagt das Gremium zwei bis viermal pro Jahr. In 83 Prozent der Unternehmen setzt sich der Beirat aus drei bis fünf Mitgliedern zusammen. Die Familie des Inhabers spielt dabei heute eine eine untergeordnete Rolle. Mehr als 80 Prozent der Kontrollorgane kommen "überwiegend oder ausschließlich ohne Familienmitglieder" aus. 7 Prozent haben ein "ausgeglichenes Verhältnis", und bei den übrigen 12 Prozent überwiegt die Verwandschaft.

Positv beurteilt Achenbach, dass kaum erfolgsabhängige Bestandteile vereinbart werden, wodurch die Objektivität der Entscheidungen gestützt werde. Allerdings hätten nur 54 Prozent aller Unternehmen die Vergütung seit Einrichtung des Forums erhöht, immerhin aber 76 Prozent davon seit dem Jahr 2008.

Da der Bedarf an Beiratsmitgliedern nicht zuletzt durch die Diskussion um Corporate Governance und professionelle Führungsstrukturen zunehme, empfiehlt der Berater, regelmäßig die Besetzung und Effizienz des Gremiums zu prüfen und auch die Vergütung anzupassen. Je Arbeitstag – nicht je Sitzungstag – sollte nicht weniger als ein Tagessatz eines Geschäftsführers des Unternehmens angesetzt werden.

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