Angst vor zu wenig Nachwuchs

von Judit Hillemeyer
Freitag, 21. August 2009
Vor einem Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze im Einzelhandel warnt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels.

Der demographische Wandel ist da, allerdings regional unterschiedlich spürbar. Einzelhändler bemerken beim Bewerbereingang regionale Schwankungen. "Vielerorts sinkt die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen.

Der Bewerberrückgang trifft den Handel schwerpunktmäßig bereits im Osten; und in den westlichen Regionen ist es weiterhin schwer für Handelsunternehmen, angebotene Ausbildungsplätze auch zu besetzen, sagt der HDE-Bildungsexperte Wilfried Malcher, mit Blick auf die demografische Entwicklung, in dem Branchenmagazin Handelsjournal. In Ost- und Süddeutschland scheint es für viele Einzelhändler demnach als Arbeitgeber besonders schwierig zu sein.

Regionale Schwankungen

Dabei ist die Schieflage in München am größten. Problematisch ist die Besetzung von Ausbildungsplätzen zudem in Ballungsräumen wie Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg und Berlin (lz 30-09, Seite 40).

Die Situation ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich die Schieflage ab. Sie werde sich in den nächsten Jahren weiter verstärken, heißt es. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth appelliert an den Handel, "auch in diesem Jahr wieder möglichst viele Ausbildungsverträge abzuschließen."

Bislang sei die Ausbildungsleistung des Handels überdurchschnittlich: Deutlich höhere Zuwachsraten bei den Ausbildungsverträgen (13,8 Prozent von 2003 bis 2009) und mehr ausbildende Betriebe (11 Prozent) als in der Gesamtwirtschaft machten den Handel zum beruflichen Bildungsträger der Nation.

Die Unternehmen hätten dabei mit Problemen zu kämpfen. So nimmt die Qualität der Bewerber ab, beklagt Jens Kettler, Vorsitzender des HDE/BAG-Bildungsausschusses die Situation: "Den Bewerbern fehlen nicht selten die klassischen Qualifikationen für eine Ausbildung im Einzelhandel."

Zu oft müssten Händler Nachhilfeunterricht leisten, ergänzt Malcher. Er fordert, die frühkindliche Bildung zu verbessern, kleinere Klassen einzurichten, jeden Schüler zu fördern und zu fordern und die Schulen zu modernen Bildungshäusern weiterzuentwickeln. (juh)

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