Talentmanagement ist wichtig

von Judit Hillemeyer
Freitag, 14. August 2009
Arbeitgeberattraktivität und Talentmanagement gewinnen bei Personalentscheidern weiter an Bedeutung. Das ergab die Kienbaum-Studie "HR-Klima Index 2009", zu der mehr als 270 Personalverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.



Auch wenn die Bedeutung von Rekrutierung und Personalmarketing erwartungsgemäß gesunken ist, wird die Arbeitgeberattraktivität immer wichtiger. Sie belegt den zweiten Platz im Ranking der größten Herausforderungen der Personalarbeit. Auch das Talent Management gewinnt seit 2006 kontinuierlich an Bedeutung und befindet sich in diesem Jahr an vierter Position in der Prioritätenliste. Die Steigerung der Führungs- und der Managementqualität ist wie im Vorjahr die wichtigste Aufgabe, so das Studienergebnis.

Personell wie auch finanziell sehen sich die Personaler in diesem Jahr mit sinkenden Ressourcen konfrontiert. "Sie sind deshalb in Krisenzeiten mehr denn je als strategischer Business Partner gefragt und müssen dafür sorgen, dass kurzfristige, kostenorientierte Entscheidungen keinen langfristig negativen Einfluss auf den Beitrag der Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg haben", sagt Paul Kötter, Leiter des Bereiches HR Strategie und Organisation bei der Managementberatung Kienbaum.

Belegschaft soll schrumpfen

Knapp ein Drittel der Befragten rechnet mit einer sinkenden Mitarbeiterzahl. 46 Prozent gehen davon aus, dass die Größe der Belegschaft etwa gleich bleibt und immerhin ein Fünftel rechnet mit einer Aufstockung des Personals in diesem Jahr.

Im vergangenen Jahr plante allerdings noch mehr als die Hälfte der befragten Personalentscheider, ihre Belegschaft zu vergrößern. Die Erwartungen der Unternehmen bezüglich ihrer Profitabilität sind indes gleichbleibend hoch: Zwei Drittel prognostizieren für dieses Jahr stabile oder steigende Ergebnisse.

Insgesamt lassen sich in der Bewertung der wirtschaftlichen Situation jedoch deutliche Unterschiede über die verschiedenen Wirtschaftszweige feststellen: Während im Dienstleistungssektor eine moderat positive Einschätzung überwiegt, zeigen sich kritische Einschätzungen insbesondere im produzierenden Gewerbe und in Unternehmen der Finanzindustrie.

Knapp die Hälfte, nämlich 48 Prozent der befragten Personaler, misst dem Personalwesen eine steigende Bedeutung zu. Für die Hälfte der Befragten bleibt die Wertigkeit gleich. Trotz dieses Ergebnisses geben knapp 30 Prozent an, über ein geringeres Budget als 2008 zu verfügen.

Internationalisierung ist wichtig

Die Optimierung der Personalprozesse ist für 22 Prozent der Befragten Hauptaufgabe. Darauf folgen die Kompetenzentwicklung der Personalmitarbeiter (11 Prozent) und die Erhöhung der Wertschöpfung durch Kennzahlen (9 Prozent). Wie in den Vorjahren wird der Reduzierung der Kosten des Personalbereiches mit 4 Prozent sowie der Auslagerung von Teilen des Personalbereiches (HR-Outsourcing) mit 2 Prozent nur eine geringe Bedeutung beigemessen.

Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftszweige, lässt sich erkennen, dass die Internationalisierung nach wie vor für das produzierende Gewerbe als sehr wichtig erachtet wird (10 Prozent). In den Fokus des Finanzbereichs rückt vor allem die interne Kommunikation (13 Prozent).

Gut die Hälfte der Befragten fühlt sich stark beziehungsweise sehr stark als Business Partner in ihrem Unternehmen wahrgenommen. Insbesondere die Verantwortlichen in der Schweiz sehen sich hier gut positioniert. Doch bei der Frage nach der Präsenz des HR-Bereichs in strategischen Projekten und Initiativen der Unternehmen zeigt sich, dass bei diesem Themenfeld noch Verbesserungspotenzial besteht.

"Selbst bei den Unternehmen, deren Personalbereich bereits stark oder sehr stark als Business Partner wahrgenommen wird, gibt nur die Hälfte an, den Bereich HR in mindestens 80 Prozent der strategischen Projekte einzubeziehen. (juh)

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