DGFP-Kongress HR-Strategien für die Globalisierung

von Redaktion LZ
Freitag, 23. Mai 2014
Philosophischer Auftakt: Peter Sloterdijk lotet die Antriebskräfte der Menschen aus.
DGFP/Philipp von Recklinghausen, Philipp von Recklinghasen / lux-fotografen.de
Philosophischer Auftakt: Peter Sloterdijk lotet die Antriebskräfte der Menschen aus.
LZnet/Silke Biester. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung fokussiert die nächste Welle der Globalisierung. HR-Verantwortliche diskutieren beim Kongress die Auswirkungen auf ihren Einflussbereich.
"Globalisierung ist ein Lernprogramm", eröffnet der Philosoph Peter Sloterdijk seinen Keynote-Vortrag beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) in Hamburg. Die ersten Menschen, die sich darauf eingelassen haben, seien die Seefahrer gewesen, die in die Welt aufgebrochen und auch zurückgekehrt sind, um den Zuhausegebliebenen von ihren Erkenntnissen zu berichten.

Der Austausch in zwei Richtungen sei heute ebenso für Unternehmen von Bedeutung, die aufbrechen, um neue Märkte zu erschließen. Wichtig sei es dabei, "das Unsichtbare" ernst zu nehmen.

Was dies ganz praktisch bedeutet, berichtet Dr. Gerhard Rübling, Geschäftsführer Trumpf GmbH und DGFP-Vorstandsvorsitzender, anschaulich: "Erfolgskonzepte lassen sich nicht auf andere Märkte übertragen." Das gelte für HR-Strategien ebenso wie für Produkte.

Das Unternehmen musste etwa hinnehmen, dass das Management des eigenen Tochterunternehmens in China deutsche Führungskräfte aufgrund von Differenzen einfach wieder nachhause geschickt hat.

Auch der aktuelle Versuch, HR-Instrumente wie die Kriterien zur Leistungsbeurteilung weltweit auszurollen, scheitere in manchen Ländern. Es reiche eben nicht aus, Systeme zu übersetzen, sondern man müsse sie transformieren. "Wir dachten zu wissen wie es geht", sagt er. "Aber so einfach ist es nicht." Eine Folge davon sei eine ungeheure Vielfalt und Komplexität.

Systeme transformieren statt übersetzen

Die nächste Stufe der Globalisierung zeige sich darin, dass nicht mehr nur die westlichen Unternehmen expandieren, sondern zunehmend beispielsweise Chinesen auch in deutsche Firmen einsteigen. Und ein Gegentrend zur Globalisierung manifestiere sich bereits bei Nachwuchsführungskräften.

Trends und Praxis: DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer erläutert die neuen Event-Formate des Verbands.
"Viele wollen trotz ausgefeilter Trainings und Entsendeprogramme nicht länger ins Ausland", so Rübling. "Drei oder vier Monate vielleicht – drei oder vier Jahre auf keinen Fall."

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung hat das Format ihres Kongresses grundlegend verändert: Statt sich wie bisher mit einem Event an sämtliche Mitglieder zu richten, will der Verband mit dem jährlich stattfindenden Kongress vornehmlich die Top-Entscheider in den Personalressorts erreichen. Das strategisch gesetzte Thema "Globalisierung" sollte dem neuen Ansatz Rechnung tragen.

Neues Event für Young Professionals und Spezialisten

Für die Young Professionals und Spezialisten steht ergänzend im Herbst ein "DGFP Lab" mit stärkerem Workshop-Charakter zur Verfügung. Zentrale Fragestellung: Wie wird die Digitalisierung und Virtualisierung unsere Arbeitswelt weiter verändern?

Um die Professionalisierung des Personalmanagements zu unterstützen, hat der Verband zudem die Initiative "HR Innovation Start-up" gegründet. Erstmals bot so der Kongress drei jungen Firmen die Möglichkeit, ihre digitalen Tools der Personaler-Community zu präsentieren. Praktische Problemlösungen für das Globalisierungsthema präsentierte Lingua TV mit modularen und interaktiven Sprachtrainings per Online-Video.

Und Viasto zeigte seine Software "Interview Suite", die das internationale Recruiting erleichtert, indem sie ermöglicht, zeitversetzt und über geografische Distanzen hinweg einen persönlichen Eindruck von Bewerbern zu gewinnen. "Unser Ziel ist es, Old und New Economy zusammenzuführen", sagt DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer. "Das bringt die zukunftsorientierte Personalarbeit weiter voran."

 

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