Branchen-Treffpunkt Handelspersonaler planen die Zukunft

von Redaktion LZ
Donnerstag, 30. April 2015
Geballte Kompetenz: Jens Kettler (Edeka), Jörg Müller (Rewe), Hans-Jürgen Fischer (Rewe), Thorsten Bauhaus (Kaufland), Friedhelm Dornseifer (Präsident BVLH), Steffen Strohbach (Dohle), Prof. Christoph Beck (Hochschule Koblenz) (v.l. stehend), Nicole Rodenbüsch (Globus), Hannelie Bohnes (Real), Christina Wolf (Dornseifer), Thorsten Fuchs (Lebensmittelfachschule) (v.l. sitzend).
Bollmann
Geballte Kompetenz: Jens Kettler (Edeka), Jörg Müller (Rewe), Hans-Jürgen Fischer (Rewe), Thorsten Bauhaus (Kaufland), Friedhelm Dornseifer (Präsident BVLH), Steffen Strohbach (Dohle), Prof. Christoph Beck (Hochschule Koblenz) (v.l. stehend), Nicole Rodenbüsch (Globus), Hannelie Bohnes (Real), Christina Wolf (Dornseifer), Thorsten Fuchs (Lebensmittelfachschule) (v.l. sitzend).
Beim ersten "Runden Tisch Personalentwicklung Lebensmittelhandel" entwerfen Vertreter namhafter Handelsunternehmen Szenarien der Branche für 2025. Sie zeigen auf, welche Anforderungen sich daraus für die Qualifikation der Mitarbeiter ergeben.
"Personalentwicklung ist das zentrale Thema für die Zukunftsfähigkeit der Branche", sagt Friedhelm Dornseifer. Auf Einladung des Präsidenten des Bundesverbands des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) ist Ende vergangener Woche der "Runde Tisch Personalentwicklung" in der Food Akademie Neuwied zusammengekommen.

Diskutiert wurde, wie sich der Lebensmittelhandel bis 2025 wandeln wird und was das für die Mitarbeiter bedeutet. Welche Qualifikationen und Kompetenzen werden benötigt? Welche Karrieremodelle und Bildungsmaßnahmen braucht der LEH?

Die Vertreter der unterschiedlichen Handelsorganisationen sind sich weitgehend einig, auf welche Herausforderungen sie sich einstellen müssen. Denn gesellschaftliche Veränderungen, wie etwa neue Ernährungstrends, wirken sich auf die Mitarbeiter aus. Sie sollen kompetent auf Fragen über vegane, gluten- oder lactosefreie Produkte antworten. Dafür müssen sie fit gemacht werden.

Profis für Verkauf und Prozesse gesucht

"Die Geschwindigkeit, mit der neue Themen auf uns zukommen beschleunigt sich kontinuierlich", benennt Jens Kettler, Geschäftsführer der Edeka-Juniorengruppe, die Bedeutung des kontinuierlichen Lernens. Auch der Trend zum Multi-Channel-Verkauf ziehe neue Aufgaben nach sich.

Zwei Kernkompetenzen seien künftig in den Märkten maßgeblich: "Wir brauchen Profis für den Verkauf und die Prozesse", erläutert Hannelie Bohnes, Real. Die Gruppe regt an, dass sich Ausbildungsinhalte und Berufsbilder ändern.

Fachverkäufer für alle relevanten Warengruppen seien von Vorteil. Die Experten plädieren für eine stärkere Individualisierung und Durchlässigkeit der Bildungs- und Karrierewege. Zukunftsweisend sei die Gleichwertigkeit von Fach- und Führungslaufbahnen inklusive der Entlohnung.

In Anbetracht des demografischen Wandels gelte es künftig, sich neuen Zielgruppen als Arbeitgeber zu präsentieren und fehlende Qualifikationen gegebenenfalls individuell auszubauen.

"Beispielhaft offener Austausch"

Das könnten Quereinsteiger, Schul- und Studienabbrecher, Rentner, Migranten oder Zeitsoldaten sein. Bei der Auswahl gelte es nicht so sehr auf Formalien zu schauen, sondern vielmehr auf Persönlichkeitsmerkmale wie Motivation und Lernfähigkeit.

Moderator Prof. Christoph Beck vom Institut für HRM Excellence der Uni Koblenz lobt den "beispielhaft offenen Austausch der Wettbewerber über die Zukunft".

Die Veränderungsbereitschaft werde künftig über Erfolg und Misserfolg entscheiden, sind die Diskutanten überzeugt. Die Rolle des Personalentwicklers werde sich vom Trainer zum Lernprozessbegleiter wandeln, der die Organisation dabei unterstützt, eine neue Arbeits- und Lernkultur aufzubauen.

Herausforderungen Verändertes Ernährungs- und Informationsverhalten. Verstärkter Online-Einkauf. Vernetzung sorgt für neue Erwartungen der Kunden. Schneller Wandel erfordert gezieltes Change-Management. Emotionalisierung des Lebensmitteleinkaufs. Erforderliche Kompetenzen und Qualifikationen im Wandel. Neue Zielgruppen als Mitarbeiter. Flexibilisierung von Berufsbildern und Bildungswegen. Karrieremodelle für Fach- und Führungslaufbahnen schaffen. Andere Lehr- und Lernformen. Führungskräfte zur Veränderung befähigen.



(S. Biester)

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