Audit für Familienfreundlichkeit

von Judit Hillemeyer
Freitag, 10. Dezember 2004
Familienfreundlichkeit soll sich lohnen. Um vorbildliche Unternehmen auszuzeichnen, hat die Hertie-Stiftung ein Audit-Verfahren entwickelt.



116 Unternehmen und Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter auch Hochschulen, haben für ihr Engagement zur Verbesserung familiengerechter Arbeitsbedingungen Zertifikate zum Audit Beruf und Familie der Hertie-Stiftung erhalten.

Drei hessische Unternehmen haben ihre zertifizierten Lösungen zum Thema Familienfreundlichkeit beim Kongresses "Dialog Beruf und Familie" vorgestellt.

Deerberg

Der Versandhändler Deerberg (Textilien und Schuhe) beschäftigt zu 85 Prozent Frauen - die meisten haben Kinder. Fast alle Führungspositionen sind mit weiblichen Mitarbeitern besetzt. Deerberg bietet seinen Angestellten, die nach dem Mutterschutz wieder in den Beruf einsteigen möchten, ein Kontakthalte- und Wiedereinstiegsprogramm sowie Teilzeitarbeitsmodelle.

Die Arbeitszeiten werden den individuellen Bedürfnissen der Angestellten angepasst. Auch Führungspositionen können geteilt werden. So besetzen beispielweise zwei Mitarbeiterinnen die Lagerleitung, erklärte Geschäftsführer Stefan Deerberg. Im Neubau ist ein Kinderzimmer mit Betreuung geplant. Das Betreuungskonzept ist für familiäre Notfälle gedacht.

Kamm

Das Karosseriebau-Unternehmen Kamm beschäftigt zu 88 Prozent Familienväter. Das Unternehmen bietet flexible Arbeitszeiten. Sie reichen von reduzierter Wochenarbeitszeit bis hin zu individuellen Mittagspausen, damit die Väter zu Hause mit ihren Familien gemeinsam essen können, erklärte Geschäftsführer Christian Kamm.

Diese Form der Flexibilität ist historisch gewachsen, da in dieser Region viele Mitarbeiter zusätzlich in der Landwirtschaft tätig gewesen sind.

Inosoft

Das Softwarehaus Inosoft AG in Marburg beschäftigt 50 überwiegend männliche Mitarbeiter, wovon ein Teil alleinerziehend ist. Geboten werden Geburtsbeihilfen, Familienzuschüsse und flexible Arbeitszeiten wie Telearbeit. Wer sein Kind zur Arbeit mitbringe, dem stünden auch Windeln für den Notfall zur Verfügung, berichtet Karin Batz, Vorstand Personal und Finanzen bei Inosoft. (juh)

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