Leistungsbereitschaft sinkt

von Judit Hillemeyer
Freitag, 03. Juli 2009
Die Leistungsbereitschaft der Belegschaft von Unternehmen sinkt. Die aktuelle Wirtschaftslage sei dafür verantwortlich, glaubt mehr als ein Drittel der Befragten in der Studie "Attraktive Arbeitgeber in Zentral- und Osteuropa" der Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates.



Die Hewitt Associates-Untersuchung misst die Attraktivität von Arbeitgebern aus der Sicht der Mitarbeiter. Die Studie "Attraktive Arbeitgeber in Zentral- und Osteuropa" wurde bereits zum siebten Mal in Zusammenarbeit mit dem "Wall Street Journal Europe" durchgeführt.

Die jüngste Ausgabe kommt zu einem durchaus überraschenden Ergebnis: In 31 Prozent der Unternehmen in Zentral- und Osteuropa herrscht die Meinung, dass die Leistungsbereitschaft der Belegschaft aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage sinkt.

Dabei sei gerade in Krisenzeiten ein hohes Engagement der Angestellten für einen wirtschaftlichen Erfolg dringend erforderlich, sagen die Personalmanagement-Experten. Im Vorjahr sprachen lediglich 15 Prozent von nachlassendem Antrieb.

"Zukunftsängste und Unsicherheiten in Krisenzeiten gefährden die Motivation der Mitarbeiter und führen oft zu unproduktivem Verhalten. Dabei sind Unternehmen mit hoch engagierter Belegschaft nachweislich erfolgreicher beim Erreichen oder gar Übertreffen der Unternehmensziele", so Michael Riesenkoenig, bei Hewitt Associates für Talent & Organizational Consulting zuständig.

Gerade in der Rezession sei es daher wichtig, Geschäfts- und HR-Strategien auf aktuelle Bedürfnisse der Arbeitnehmer abzustimmen, um Leistungsbereitschaft und Produktivität hochzuhalten.

Ein weiteres Fazit: Viele Arbeitgeber in Zentral- und Osteuropa haben klare Defizite beim gezielten Motivieren von Mitarbeitern. Sie versäumen es, Angestellte in Entscheidungsprozesse einzubinden oder ausreichend zu informieren.

62 Prozent glauben, dass ihre Vorschläge und Ideen in der Chefetage zu wenig Beachtung finden. 19 Prozent empfinden keine Wertschätzung seitens der Firma. Lediglich 46 Prozent fühlen sich gut über Veränderungsprozesse informiert. Und nur 45 Prozent haben nicht das Gefühl einer offenen Kommunikation über die Zukunftsaussichten.

Der Erfolg eines Unternehmens hängt in hohem Maße von der Leistung seiner Top-Performer ab, betonen die Anbieter von HR-Consulting. Diese müssten in Anbetracht der aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten mehr denn je leisten und in besonderer Weise motiviert sowie wertgeschätzt werden, um signifikant den Erfolg zu fördern. (juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats