Hochschulen auf dem Prüfstand

von Judit Hillemeyer
Freitag, 07. April 2006
Hochschulen haben bei der Vermittlung von Kompetenzen, die der Arbeitsmarkt erwartet, noch zu wenig erreicht. Rund 20 Prozent der Bachelor-Studiengänge in BWL bereiten unzureichend auf den Berufseinstieg vor.



Zu diesem Ergebnis kommt das erste "Employability-Rating". Die Untersuchung wurde vom Arbeitskreis Personalmarketing in Kooperation mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) durchgeführt. Das Rating bewertet die Förderung der Beschäftigungsbefähigung (Employability) in den neuen Bachelor-Studiengängen.

Der Untersuchung liegt ein Bewertungsraster zugrunde, bei dem am Ende ein bis drei Sterne erreicht werden können. An zwölf Hochschulen wurden Studiengänge mit drei Sternen bewertet, darunter Aalen, Bremerhaven, Deggendorf, Ludwigshafen, Stralsund sowie Berlin und Frankfurt am Main.

Unzureichende Kompetenzen

In 19 Fällen konnte jedoch nach Angaben der Analysten nur ein Stern vergeben werden. Diese Hochschulen haben bei der Vermittlung von Kompetenzen, die der Arbeitsmarkt erwartet, noch zu wenig erreicht.

Wesentliche Elemente der Beschäftigungsbefähigung sind methodische und soziale Kompetenzen, der Praxisbezug des Studiums sowie interkulturelle Kompetenzen. Die Vermittlung von Fachkompetenz war als zentraler Bestandteil der Curricula nicht Gegenstand der Untersuchung.

"Mit dem Rating werden viele Unternehmen neu über die Frage nachdenken, mit welchen Hochschulen sie verstärkt zusammenarbeiten wollen", sagt Oliver Maassen von dem Arbeitskreis Personalmarketing.

Insgesamt wurden 100 betriebswirtschaftliche Bachelor-Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen in die Bewertung einbezogen. Der Arbeitskreis Personalmarketing ist ein Zusammenschluss der Personalmarketingverantwortlichen von 34 großen deutschen Unternehmen. (juh)

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