Image als Arbeitgeber Tönnies setzt auf Employer Branding

von Silke Biester
Freitag, 17. Juni 2016
Sauber: Tönnies fokussiert Mitarbeiter und Arbeitsplätze statt Fleisch.
Fotos: Tönnies
Sauber: Tönnies fokussiert Mitarbeiter und Arbeitsplätze statt Fleisch.
Dem Fachkräftemangel begegnet Tönnies mit einer neuen Arbeitgebermarke. Personalvorstand Christian Kreuter setzt auf vielfältige Aktivitäten, um die Aufmerksamkeit potenzieller Mitarbeiter auf die Vorzüge des Unternehmens zu lenken.

Tönnies ist ein wachsendes, auch international expansives Unternehmen, das allein im vergangenen Jahr 500 Mitarbeiter eingestellt hat. Doch insbesondere beim Recruiting für das mittlere Management und den Führungskräftenachwuchs bekommt der Fleischkonzern den War for Talents immer stärker zu spüren: "Ostwestfalen ist eine sehr wirtschaftsstarke Region, in der in manchen Bereichen nahezu Vollbeschäftigung herrscht", weiß Christian Kreuter, Personalvorstand des Unternehmens. "Der Wettbewerb um gute Mitarbeiter ist enorm."

Insbesondere Berufsgruppen, die nicht in der Produktion des Schlachtbetriebs gesucht werden, haben oftmals einen anderen Fokus bei der Jobsuche. "Wer an Tönnies als Arbeitgeber denkt, der verbindet uns als erstes mit Fleisch. Wir haben aber in vielen Bereichen wie Technik, Logistik oder Controlling ebenso viel zu bieten", ist Kreuter überzeugt. Vor knapp einem Jahr hat er deshalb einen Employer-Branding-Prozess angestoßen.

Eine Gruppe von Mitarbeitern hat sodann mit Unterstützung einer Agentur die Vorzüge herausgearbeitet und das Motto "100 Prozent Team Tönnies – Verantwortung für Lebensmittel" herausgearbeitet. "Der Slogan bringt auf den Punkt, was uns ausmacht: Wir haben einen hohen Anspruch. Erfolg, Leistung, Teamarbeit, kurze Wege und flache Hierarchien prägen den Alltag."

Besser kommunizieren

Und über die Arbeitsinhalte hinaus gehören Annehmlichkeiten wie ein Fußballstadion, Fitnessstudio und Kindergarten auf dem Betriebsgelände zum Angebot für die Mitarbeiter. "Wir bieten als Arbeitgeber sehr viel. Jetzt heißt es, das auch zu kommunizieren", beschreibt Kreuter.

Erstes sichtbares Ergebnis ist die neue Karriere-Website, die seit wenigen Tagen unter www.karriere-bei-toennies.de online ist. Aktuell werden dort nur IT-Jobs angeboten, die übrigen Bereiche sollen Step-by-Step folgen. Die Darstellung orientiert sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe: "Wir wollen potenziellen Mitarbeitern das zeigen, was sie bezüglich ihres künftigen Arbeitsplatzes betrifft – ein IT-Profi interessiert sich für Programmiersprachen und Programme, der Schlachtprozess ist für ihn weniger im Fokus", erklärt Kreuter und begründet zugleich, warum anstatt von Fleisch und Schweinen lieber moderne Büros gezeigt werden.

Teamplayer: Personalvorstand Christian Kreuter.
Tönnies
Teamplayer: Personalvorstand Christian Kreuter.

Neben Fakten, Emotionen und konkreten Stellenangeboten stehen die Mitarbeiter und Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. "Rheda-Wiedenbrück ist nicht Hamburg, Berlin oder München. Doch wäre es nicht schön, wenn zum neuen Traumj0b auch ein Wohnort mit vielen Vorzügen käme? Wir als Team Tönnies können Ihnen diesen Wunsch erfüllen", heißt es dort beispielsweise.

Der neue Auftritt soll auch potenzielle Mitarbeiter erreichen, die von sich aus eher andere Unternehmen im Sinn haben. Die Karriere-Site ist deshalb konsequent suchmaschinenoptimiert. Recherchiert etwa ein Elektriker aus Bielefeld online nach einer neuen Position, soll er zu Tönnies geleitet werden.

Um das Image als Arbeitgeber weiter voran zu bringen, sind weitere Aktivitäten geplant: So soll die neue Employer Brand künftig nicht nur in Stellenanzeigen und bei Recruiting-Messen präsent sein. Darüber hinaus ist eine Print-Kampagne in Fachmedien wie auch in lokalen Lifestyle- und Veranstaltungsmagazinen geplant. Ziel ist es, die Arbeitgebermarke bereits in die Köpfe zu bringen, bevor jemand aktiv auf Jobsuche geht. Einen weiteren Beitrag dazu soll bald eine eigene Mitarbeiter-Zeitschrift leisten, die aktuell in Vorbereitung ist. Schließlich seien die eigenen Beschäftigten die wichtigsten Multiplikatoren.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats