Imame werben für Berufsausbildung

von Redaktion LZ
Dienstag, 10. Mai 2005
Die Vorsteher türkischer Moscheen in Deutschland wollen türkischstämmige Jugendliche verstärkt für eine berufliche Ausbildung gewinnen.



Gleichzeitig werben die Moscheenvertreter bei türkischen Unternehmern um die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Ulrich Kasparick, sagte den Imamen seine Unterstützung zu.

"Die Moscheen können zu einem großen Marktplatz für das Thema Berufsausbildung werden." Hierfür starteten das BMBF, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) unter dem Motto "Moscheen aktiv für Berufsbildung" eine gemeinsame Kampagne als Teil der Ausbildungsoffensive des BMBF.

Die Initiative werde das Thema der Berufsbildung in die türkischen Familien tragen, sagte Kasparick. "Die Chancen der dualen Ausbildung sind bei türkischstämmigen Betriebsinhabern und Jugendlichen noch nicht genug bekannt." So hätten allein in Berlin nur 10,7 Prozent der ausländischen Jugendlichen einen betrieblichen Ausbildungsplatz, unter den deutschen seien es dagegen 34,5 Prozent.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck, sieht im Engagement der Moscheen einen wichtigen Schritt für die Integration.

"Nur wenn die drängenden Bildungsprobleme von allen Beteiligten ernst genommen werden, können wir für junge Migranten mehr erreichen." Dabei hätten Imame und Vorsitzende der Moscheenvereine einen besonderen Einfluss.

DITIB-Präsident Ridvan Çakir sieht seine Organisation - als größten islamischen Verband im Bundesgebiet - ebenfalls in der Verantwortung.

"Ohne Berufsausbildung haben unsere Kinder keine Chance auf einen Arbeitsplatz und in diesem Bereich müssen wir Jugendliche viel mehr unterstützen." Dies gelte auch für die türkischstämmigen Inhaber von Firmen. Sie böten noch zu selten Ausbildungsplätze an.

Dabei nimmt die Bereitschaft auszubilden zu, wie die Erfolge der "Koordinierungsstelle - Ausbildung in Ausländischen Unternehmen" (KAUSA) zeigen.

Die vom BMBF geförderte und beim DIHK angesiedelte Initiative agiert bundesweit als Informations- und Servicezentrale für Projekte und Initiativen, die Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft beim Einstieg in die Ausbildung unterstützen.

In den vergangenen vier Jahren konnten so über 4.500 neue Ausbildungsplätze bei Unternehmen mit ausländischen Inhabern geschaffen werden.

Die Aktion "Moscheen aktiv für Berufsbildung" macht im Laufe des Jahres noch in weiteren Regionen mit hohem türkischem Bevölkerungsanteil Station.

Veranstaltungen sind geplant in Stuttgart (28. Mai), München (4. Juni), Frankfurt (25. Juni), Karlsruhe (10. September), Hannover (24. September), Hamburg (12. November), Nürnberg (19. November) sowie in Mainz und Münster (Termine werden noch festgelegt).

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