Erwerbsstatistik Immer mehr Frauen berufstätig

von Silke Biester
Donnerstag, 26. Februar 2015
Seit der Wiedervereinigung ist die Erwerbstätigkeit bei Frauen deutlich gestiegen. Sie tragen den gesamten Beschäftigungszuwachs des Landes, so eine Studie des IAB.
Die Zahl der berufstätigen Frauen stieg von 1991 bis 2014 um 21 Prozent, das von ihnen geleistete Arbeitsvolumen um 4 Prozent. Diese etwas höhere Leistung wird heute also von deutlich mehr Arbeitnehmerinnen erbracht als früher.

Insgesamt ist der Anteil von Frauen an den Beschäftigten in Deutschland um 5,0 Prozentpunkte gestiegen. 2014 war fast die Hälfte (49,2 Prozent) aller Werktätigen weiblich, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Allerdings sind Frauen zu sehr großen Teilen in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftigte im Einsatz (57,8 Prozent). Daher nahm ihr Anteil am geleisteten Arbeitsvolumen nur um 3,4 Prozentpunkte zu und lag 2014 bei knapp 41 Prozent. Im Jahr 2014 waren 11 Millionen Frauen teilzeitbeschäftigt. Das sind doppelt so viele wie 1991.

Teilzeit bei Männern vervierfacht

Die Teilzeitarbeit der Männer hat sich mehr als vervierfacht (plus 3 Millionen). Jedoch liegt die Quote mit 4,4 Prozent auf deutlich niedrigerem Niveau. Der Unterschied verfestigt sich vor allem in der Familienphase. Ein Großteil der Paare wählt das "Zuverdienermodell" mit vollzeitbeschäftigtem Mann und teilzeitbeschäftigter Frau.

"Bessere Kinderbetreuungsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine finanzielle Förderung von partnerschaftlichen Erwerbsmodellen könnten zu einer ausgewogeneren Aufteilung von Erwerbs- und Familienzeiten beider Partner beitragen, ist die Studienmacherin Susanne Wagner überzeugt.

Allerdings dominiert Teilzeit bei Frauen in allen Altersgruppen. Als Grund geben sie an, Kinder oder Familienangehörige zu versorgen. Männer hingegen nutzen Teilzeit, weil sie keine volle Stelle gefunden haben oder sich weiterbilden wollen.

(sb)

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