Edeka Minden-Hannover Individualität schlägt Uniformität

von Redaktion LZ
Donnerstag, 17. Oktober 2013
YBF bei Edeka Minden-Hannover
W. Schmidt
YBF bei Edeka Minden-Hannover
Madrid, Mailand, Minden – dazwischen Stationen in China und Vietnam: Die Karriere von Stephan Wohler ist nicht alltäglich. Bei der Young Business Factory (YBF) der Lebensmittel Zeitung gewährte der Vorstand der Edeka Minden-Hannover den rund 100 Teilnehmern aus Handel und Industrie einen persönlichen Einblick in die Leistung seiner Handelsorganisation. "Das Geschehen am Regal ist erfolgsentscheidend", bringt Wohler seine Sicht auf den Punkt.


Die Aufgabe der Großhandlung sei es "die PS auf die Fläche zu bringen" und alles dafür tun, dass die Kunden ihre Produkte so einfach und schnell wie möglich am Regal finden. Der Motor seien die derzeit 681 selbstständigen Kaufleute mit ihren 1.115 Märkten. Sie sind die "Dirigenten vor Ort, auf der Fläche", so Wohler. Die Vision der Mindener basiert auf mehreren Säulen: dem Genossenschaftsauftrag, einer gemeinsamen Wertebasis und einem gemeinsamen Regelwerk.

Letzteres sei notwendig, um den Märkten so viel Marken-Strahlkraft wie möglich zu geben, so Wohler. Auf dieser Grundlage werde die Großhandlung gemeinsam mit den Kaufleuten die Kunden mit Genusswelten begeistern und die Sortimentskompetenz ausspielen. Vor allem in Berlin sieht Wohler kurzfristig noch Potenzial für mehr Spielfläche.

Details zur Standort- und Marktplanung ergänzte Ulf Plath, Geschäftsführer Edeka-Markt. Ein einheitliches Ladenbau-Muster gebe es nicht. Jeder Markt habe sein eigenes Profil. Ziel sei es "die materialisierte Leidenschaft für Lebensmittel mit den Kernelementen der Marke Edeka und den rückwärtigen Prozessen zu verbinden". An strategisch wachsenden Standorten übernehme die Zentrale neue Flächen auch in Regie – mit dem Ziel, diese binnen drei Jahren zu privatisieren. Auf der Fläche selbst komme es darauf an, dass die Verbraucher ihre Produkte schnell erfassen.

Gute Märkte geben der Marke Strahlkraft

Gundula Böger-Heidenreich, im Einkauf für Drogeriewaren zuständig, legte den YBF-Teilnehmern die Kernerkenntnisse einer Kundenbefragung dar. Sortiment, Platzierung, Atmosphäre, Orientierung und der Preis seien die Eckpfeiler, um die Sichtbarkeit eines Produktes mit einem Kaufakt zu vereinen. Die Category-Management-Projekte der Edeka Minden-Hannover basieren darauf und sollen den Kaufleuten verkaufsfördernde Orientierungshilfen geben.

Welche Herausforderungen sich daraus für das Marketing ergeben, stellten Harry Gerdes, Timo Jakob und Dr. Frank Thiedig dar. Ziel der Maßnahmen sei es, Edeka zur "Love-Brand" zu entwickeln, diese in den Köpfen der Kunden zu verankern und Regionalität als Profilspitze einzusetzen. Harpreet Ahluwalia, verantwortlich für die regionalen Sortimente, erläuterte dies anhand der Kooperationsstrategie mit regionalen Partnern.

All das ist ohne engagierte, talentierte und motivierte Menschen nicht möglich. Deshalb ist für Hermann Schröer, Leiter Personalentwicklung, die Nachwuchsförderung strategisch wichtig. Sie sei fester Bestandteil des genossenschaftlichen Auftrages der Edeka Minden-Hannover – und die Grundlage für erfolgreiches Handeln. "Wir fördern Existenzen und machen fit für die Selbstständigkeit", so Schröer.

(meh/sb)

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