Fehlender Nachwuchs kostet Geld

von Judit Hillemeyer
Freitag, 04. Mai 2007
Nachwuchsmangel kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden. Zwei Drittel aller Unternehmen suchen Ingenieure. Dienstleister und Industrie ringen um qualifizierte Kräfte.



Zwei Drittel (63,2 Prozent) aller deutschen Unternehmen suchen Ingenieure. Weil 23.000 Stellen nicht besetzt werden können, entgehen der deutschen Wirtschaft nach Expertenschätzungen 3,5 Mrd. Euro Wertschöpfung im Jahr. Aber nicht nur das produzierende Gewerbe braucht Technik-Spezialisten: Mehr als die Hälfte aller Dienstleistungsunternehmen (51,4 Prozent) jagt den Fachkräften hinterher.

Dies ergab die aktuelle Untersuchung Young Professional Index von mehr als 2.900 Stellenangeboten durch den Personaldienstleister "Jobs in Time". Zwei Drittel aller Mittelständler und Großunternehmen suchen Technik-Absolventen. Der Bedarf an jungen, guten ausgebildeten Ingenieuren ist nicht von der Firmengröße abhängig.

Die Analyse der Stellenangebote von 800 Firmen zeigt, dass im Durchschnitt über alle Branchen 63 Prozent der Großunternehmen und 63,6 Prozent der mittelständischen Betriebe nach Ingenieuren suchen.

Im Dienstleistungssektor sucht der Mittelstand technisches Know-how. Betrachtet man einzelne Branchen, zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild. So bieten beispielsweise im Dienstleistungsgewerbe zwei Drittel der Mittelständler Stellen für Technik-Spezialisten an, jedoch nur ein Drittel der Großunternehmen. Den höchsten Bedarf hat aber nach wie vor die Industrie: 76,2 Prozent des verarbeitenden Gewerbes suchen diplomierte Techniker.

Ingenieursmangel ist ein branchenübergreifendes Problem. Die meisten Stellen entstehen im Süden. Geographisch sind die Ingenieure am besten im Süden Deutschlands aufgehoben: 41,1 Prozent der Ausschreibungen stammen aus Bayern, 19 Prozent aus Baden-Württemberg. (juh)

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