Initiative gegen Ausbeutung

von Redaktion LZ
Donnerstag, 28. Oktober 2004
58 namhafte Unternehmen in Deutschland, darunter 20 börsennotierte Gesellschaften, sind der Initiative "Fair Company" beigetreten. Sie haben sich verpflichtet, keine hochqualifizierten Berufsanfänger auf schlecht bezahlte Praktikanten- und Hospitantenstellen zu setzen.



Sie wollen damit dem Trend entgegen wirken, dass Unternehmen immer häufiger abgebaute Vollzeitstellen mit schlecht oder gar nicht entlohnten Praktikumstellen kompensieren, indem sie diese Stellen mit Hochschulabsolventen besetzen, die eigentlich erwartungsvoll ihre erste berufliche Herausforderung suchen.

"Fair Company" ist eine Initiative des im der Verlagsgruppe Handelsblatt erscheinenden Magazins "Junge Karriere". Motivation für die Gründung war, dass Unternehmen mit der Unsicherheit und Hoffnung der jungen Leute auf einen festen, verantwortungsvollen Job mit Perspektive spielten.

Verantwortung übernehmen

Investitionen in Human-Vermögen unterblieben, junge Talente würden über Jahre hinweg nicht entsprechend gefördert.

Das Job-Magazin zeichnet mit dem Siegel "Fair Company" Unternehmen aus, die Vollzeitstellen nicht mit Praktikanten oder Hospitanten ersetzen, Berufsanfänger fair bezahlen und Hochschulabsolventen, die sich auf eine feste Stelle beworben haben, nicht mit einem Praktikum vertrösten.

Beteiligt haben sich innerhalb weniger Wochen internationale Konzerne wie Bayer, BASF, Coca-Cola, Unilever, Philips, Procter & Gamble, Douglas, Edeka, Tchibo und Tesa. Die teilnehmenden Firmen bekommen ein Gütesiegel, das sie in Personal-Image-Anzeigen verwenden dürfen. Bei nachweisbaren Fehlverhalten einer "Fair Company" wird das jeweilige Unternehmen kontaktiert und im Wiederholungsfall ausgeschlossen. (ba)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats