Interim Manager Unterstützung für Transformation

von Silke Biester
Dienstag, 14. Februar 2017
Harald Linné, Managing Partner Atreus
Harald Linné, Managing Partner Atreus
Die Digitalisierung stellt den Handel vor ungeahnte Herausforderungen. Externes Know-how kann helfen, eine zukunftsweisende Strategie zu entwickeln.

Während der stationäre Einzelhandel nur spärlich wächst, boomen die Online-Shops. Und wer im Zuge des digitalen Wandels nicht zu den Verlierern gehören möchte, ist gefordert, aktiv zu werden. Dabei stehen viele Unternehmen allerdings vor einem ganzen Strauß von Fragen: Wie können sie an der Entwicklung teilhaben? Wo sollen sie anfangen? Und haben sie bereits das notwendige Knowhow im Unternehmen? Harald Linné, Managing Partner und Mitglied das Executive Boards bei Atreus, hat in den vergangenen Jahren intensiv mit verschiedenen Handelsunternehmen zusammengearbeitet. "Oftmals wird als erstes ein Zusatz-Budget für die IT bereit gestellt", hat er beobachtet. "Das ist dann schon der erste Fehler", ist er überzeugt. Denn: "Man braucht zuerst eine Strategie. Und danach stellt sich die Frage, wo genau ein Investment notwendig ist."

Bei der Entwicklung sei es hilfreich, externes Knowhow und die Erfahrung aus anderen Projekten ins Unternehmen zu holen, meint er. "Digitale Themen sind sehr komplex." Zugleich sind gute Leute sehr schwer zu finden. Atreus unterstützt Unternehmen deshalb bei der digitalen Transformation durch Interim Manager bis hin zu einer mehrjährigen Begleitung der Prozesse. Zu den Kunden zählen neben dem Versandriesen Otto beispielsweise der Foto-Händler Cewe mit dem Online-Angebot für Fotobücher sowie der Werkstatt- und Ersatzteilfilialist ATU, den Atreus unter anderem bei der Entwicklung einer Social-Media-Strategie unterstützt hat.

Ist die individuelle Strategie "glasklar herausgearbeitet", sei es wichtig, kleine erste Erfolge zu produzieren, um die bestehende Mannschaft für den Wandel zu begeistern, ist Linné überzeugt. "Ein guter Pilot ist besser als ein perfektes Konzept, dessen Umsetzung zu lange dauert", sagt er. Geht es beispielsweise um einen Online-Shop, würden nicht nur die eigenen Leute, sondern auch die Kunden überfordert, wenn man das Ziel verfolgt, das gesamte Sortiment zu präsentieren. Besser sei ein Fokus auf die Kernprodukte.

Dass ein Interim Manager das Unternehmen nach einiger Zeit wieder verlässt, sieht der Berater nicht als kritisch an. Denn in der Regel gebe es während seines Einsatzes nicht nur einen direkten Knowhow-Transfer, sondern er habe auch dazu beigetragen, ein Team mit den notwendigen Skills aufzubauen, das die Digitalstrategie erfolgreich weiterführen kann. "Im Idealfall macht sich ein Interim Manager selbst überflüssig."

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