"Personaler müssen zu Verkäufern werden"

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 08. August 2013
Sieht die Arbeitswelt im Wandel: Xing-Chef Thomas Vollmoeller
Xing
Sieht die Arbeitswelt im Wandel: Xing-Chef Thomas Vollmoeller
Soziale Medien werden die HR-Welt nachhaltig verändern. Personaler müssen zukünftig aktives Marketing für ihre Unternehmen machen, findet Xing-CEO und Handelskenner Thomas Vollmoeller.
Herr Vollmoeller, was muss die FMCG-Branche in Sachen Social Media noch lernen?

Das Wichtigste für Unternehmen ist zu verstehen, dass sich die Arbeitswelt ändert. Gründe sind unter anderem der Fachkräftemangel, der demografische Wandel und die veränderten Werte der neuen Arbeitnehmergeneration. Die Fäden dieser Veränderungen laufen in sozialen Medien zusammen. Deshalb empfiehlt sich, eine nachhaltige Social-Media-Strategie zu entwickeln. Viele Großunternehmen, gerade im Konsumgüterbereich, haben dies erkannt und nehmen Vorreiterpositionen ein, zum Beispiel Otto oder Danone.

Wie weit ist der Handel?

Er hinkt bei diesen Themen teilweise noch relativ weit hinterher. Dabei müsste gerade der Handel vorne mit dabei sein, denn er hat es in Sachen Recruiting schwerer als die großen Markenartikler.

Was wird der Einsatz von Social Media in den HR-Abteilungen ändern?

Social-Media-Recruiting wird zu einem immer wichtigeren Thema in Unternehmen. Personaler sollten sich jetzt auf den Weg machen, statt zu warten, bis die Welle sie überrollt hat. Change-Management ist immer eine Herausforderung, aber im Kampf um die besten Talente führt kein Weg an neuen Recruiting-Methoden vorbei.





Mit welchen Veränderungen rechnen Sie für die Rolle des Personalers?

Das klassische Personalgeschäft ist das Managen aus einem Anbietermarkt heraus. Aber dieser Markt kippt und entwickelt sich in vielen Branchen immer mehr zu einem Nachfragermarkt. Zum einen geht die Zahl der aktiven Bewerber zurück, zum anderen sind sie sehr viel selbstbewusster und stellen ganz neue Ansprüche an den Arbeitgeber. Zugleich machen Arbeitgeber-Bewertungsportale Unternehmen transparent. Die Kandidaten haben also heute weit mehr Informationsquellen als jemals zuvor. Personaler müssen deshalb anfangen, authentisches Personalmarketing zu betreiben sowie aktiv Kandidaten ausfindig zu machen und sie anzusprechen.



HR muss also Verkaufen lernen ?

Genau. Während der Personaler früher eine Art Einkäufer war, fungiert er heute als Verkäufer, der sein Unternehmen potenziellen Bewerbern schmackhaft machen muss. Für diese neue Rolle braucht man sehr flexible Persönlichkeiten, die Dinge ganz neu denken. Ich glaube, da muss eine echte Veränderung stattfinden – nicht nur in der HR-Abteilung, sondern im gesamten Unternehmen.

(cd)

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