Soldaten im Handel "Es gibt viele Parallelen"

von Silke Biester
Freitag, 29. Juli 2016
Unkomplizierte Umstellung: Armin Cossmann, Regionaldirektor bei Amazon.
Amazon
Unkomplizierte Umstellung: Armin Cossmann, Regionaldirektor bei Amazon.
Armin Cossmann hat nach 13-jähriger Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr seine Karriere seit 2001 beim Online-Händler Amazon fortgesetzt. Als Regionaldirektor verantwortet er heute sechs Logistikstandorte in Deutschland und Polen.

Herr Cossmann, Sie waren der erste Soldat, den Amazon in Deutschland als Manager eingestellt hat. War das ein Bruch für Sie?

Der Unterschied ist gar nicht so groß, wie viele vermuten. Es gibt viele Parallelen. Ich war selbst überrascht, dass die Umstellung so unkompliziert verlaufen ist.



Welche Parallelen meinen Sie?

Es geht ja nicht darum, ob jemand eine Uniform trägt oder nicht. Es geht darum, ein Team zu führen, seine Leute zu motivieren, Ziele zu vereinbaren und zu erreichen. Das ist bei der Bundeswehr nicht anders als im Unternehmen.



Als Sie die Bundeswehr verlassen haben, gab es dort noch keine Frauen, oder?

Damals waren sie noch die große Ausnahme. Aber das ist aus meiner Sicht für die Führung irrelevant. Denn für eine gute Führungskraft macht es keinen Unterschied, ob sie weibliche oder männliche Mitarbeiter führt. Die Prinzipien sind die gleichen.

Dennoch wird es kulturelle Unterschiede geben, oder?

Vielleicht war damals bei der Bundeswehr das Hierarchiedenken etwas ausgeprägter, alles etwas starr und weniger flexibel, als ich es hier erfahre. Aber das hängt sicher auch mit dem schieren Wachstum von Amazon zusammen. Da ist ständig vieles in Bewegung.



Dementsprechend sucht Amazon fortwährend Personal. Sie haben dazu beigetragen, dass gezielt Ex-Soldaten rekrutiert werden. Warum?

Die Kandidaten sind sehr interessant, weil sie in der Regel sowohl über eine universitäre Ausbildung als auch über Führungserfahrung verfügen. Sie bringen Bereitschaft zum Handeln mit und sind mit der Philosophie vertraut, auf höchsten Standards zu bestehen. Die Notwendigkeit, das Vertrauen des Teams zu gewinnen, ist für sie nicht neu. Zudem bringen einige – wie auch ich selbst – technisches oder Logistik-Know-how mit. Wenngleich ich persönlich behaupten möchte, dass die fachliche Kompetenz weniger wichtig ist als der Wille zum Lernen.



Wie gehen Sie konkret vor?

Wir haben in unserem Personal-Team einen speziellen Military Recruiter. Im Karrierebereich von Amazon-Operations gibt es einen eigenen Tab "Bundeswehr" und wir verlinken auch von unserem Logistik-Blog direkt dort hin. Außerdem sind wir auf entsprechenden Recruiting-Messen und Online-Plattformen präsent. Und ich habe Amazon auch schon auf Seminaren präsentiert, bei denen ausscheidende Soldaten auf den Einstieg ins zivile Berufsleben vorbereitet werden. Grundsätzlich hilft es, dass ich – und inzwischen einige Dutzend weitere Mitarbeiter – diesen Weg gegangen sind. Wir können dieser Zielgruppe glaubwürdig vermitteln, dass Amazon hervorragende Karrierechancen bietet.

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