Politik trifft Wirtschaft

von Redaktion LZ
Freitag, 02. Dezember 2005
LZ|NET. Rund 180 hochrangige Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik diskutierten im Hotel Jägerhof in Isny die Chancen der großen Koalition für die Wirtschaft und wie diese sich dazu positioniert.

Geladen zur traditionellen Isny-Runde hat Senator Helmut Aurenz, Inhaber der ASB-Aurenz-Gruppe, zum 26sten Mal.

Führende Vertreter der deutschen Industrie, aus Banken und Handel, treffen sich seit Jahren mit Politikern, die sich im Wesentlichen aus den inzwischen in Führungsposititonen angekommenen "jungen Wilden" der CDU rekrutieren.

Mit einem Bundesminister, Franz-Josef Jung, drei Ministerpräsidenten, Roland Koch, Christian Wulff und Günther Oettinger und weiteren Prominenten wie Friedrich Merz, Friedbert Pflüger und Matthias Wissmann war die Isny-Runde in Berlin gut vertreten.

Der neue Verteidigungsminister Jung warb bei der Wirtschaft um Verständnis für die im Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahmen und die weiterhin erforderliche Kompromissbereitschaft. Er erhielt optimistisches Feedback.

Audi-Chef erwartet Investition und Innovation

Gleichzeitig waren manche aber auch besorgt, dass einige von der Wirtschaft formulierte Forderungen, die die CDU aufgenommen hatte, verwässert würden. Ein kritischer Geist fragte gar, wo denn der Markenkern der CDU bleibe, wenn die Regierungsarbeit sich auf Kompromisse beschränke.

Audi-Chef Martin Winterkorn bekräftigte den Mut zu klaren Aussagen. Er erwartet von Regierung und Wirtschaft Mut zu Investition und Innovation. "Wir haben viel Leistung in unserem Land und müssen jetzt sehen, wie wir diese PS auf die Straße kriegen", formulierte der Auto-Manager.

Kritisch mit dem eigenen Lager ging Jens-Jürgen Böckel, neben Karl-Erivan Haub Geschäftsleiter der Tengelmann-Unternehmensgruppe, um. Vielleicht sei man zu negativ gegenüber Deutschland gewesen und habe zu wenig Vertrauen vermittelt.

Abbau von Bürokratie gefordert

Gerade Handel sei eine enorm psychologische Veranstaltung. Über Mehrwertsteuerfragen hinaus drängt es die Branche nach Abbau der Bürokratie.

Als Böckel die Punkte Rücknahme für Elektrogeräte, Zwangspfand und Baunutzungsverordnung als auch in ihrer Lenkungswirkung fehlgeschlagene Instrumente aufzählte, sprach er damit sicher ebenso den anwesenden Händlern Stefan Feuerstein (Metro), Wolfgang Gutberlet (Tegut) und Jörg Hieber (Edeka) aus der Seele.

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