Jumbo wird produktiver

von Redaktion LZ
Freitag, 18. Januar 2013
C1000-Filiale: Die zu Jumbo gehörenden Standorte werden nach und nach mit der Software zur Personaleinsatzplanung ausgerüstet.
LZ-Archiv
C1000-Filiale: Die zu Jumbo gehörenden Standorte werden nach und nach mit der Software zur Personaleinsatzplanung ausgerüstet.
LZnet. Das niederländische Softwarehaus deVries Workforce Management ist mit seiner Lösung für die Personaleinsatzplanung im dortigen Einzelhandel gut vertreten. Jetzt will das Unternehmen auch in Deutschland Fuß fassen.
Die Lösung der Niederländer wurde speziell für die Anforderungen des LEH konzipiert. Das Besondere sei, dass sie auf Basis definierter Tätigkeitsbausteine und Umsatzprognosen arbeite, erläutert Eric Schoonderwoerd, Marketing Manager bei deVries Workforce Management.

Das Ganze funktioniert in fünf Schritten: Zunächst werden einmalig alle einzelnen Arbeitsgänge, die im Supermarkt anfallen – etwa das Befüllen der Regale oder das Einscannen eines Artikels an der Kasse –, beschrieben und mit Zeit- und Kostenvorgaben versehen.

Der nächste Schritt ist die Bedarfsprognose, die sich an den erwarteten Umsätzen der folgenden Woche orientiert. "Das System ermittelt daraus, welche Tätigkeiten ausgeführt werden müssen und wie viel Zeit dafür eingeplant werden muss", so der Experte.

Datenbank kennt Gesetze und Tarife

Es generiere selbstständig einen Vorschlag für die Personaleinsatzplanung. Der Händler müsse danach lediglich "feintunen", um zum Beispiel der aktuellen Situation vor Ort oder besonderen Wünschen der Mitarbeiter nachzukommen. Gesetzliche, tarifliche oder betriebliche Rahmenbedingungen und Regelwerke seien bereits in der Datenbank hinterlegt, so dass die Software dem Nutzer schon während der Planungsphase "einen genauen Überblick über die tatsächlichen Lohnkosten" geben könne.

Die Erfassung der Personalarbeitszeit kann in Papierform oder automatisiert erfolgen. In einem fünften Schritt werden alle Daten in das Personalabrechnungssystem überführt.

Der größte Kunde des Dienstleisters ist Albert Heijn. Einzelhändler Johan Landwaart in Kortenhoef habe seinen Umsatz pro Arbeitsstunde von 130 auf 190 Euro gesteigert, nennt Schoonderwoerd ein Beispiel. Wettbewerber Plus mit seinen 258 Filialen habe durch das Workforce-Management-System die Lohnkosten um mehr als 5 Prozent drücken können.

Im Juni 2011 entschied sich Supermarktbetreiber Jumbo für die Umstellung auf die neueste Software-Version "R&R-Web 3". Bis Ende 2013 soll die Implementierung in allen rund 600 Filialen, inklusive der im vergangenen Jahr übernommenen C1000-Standorte, abgeschlossen sein. Jumbo-Franchisenehmer Niek Leussink ist zufrieden: "Wir konnten die Produktivität um bis zu 10 Prozent erhöhen, denn die Anzahl der Arbeitsstunden ist substanziell gesunken."

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats