Keine Toleranz für Betrug und Fehlverhalten

von Judit Hillemeyer
Freitag, 12. Januar 2007
Das Management von internen Betrugsrisiken stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. In einem Whitepaper stellt KPMG International einen durchgängigen Ansatz vor.



"Betrugsrisikomanagement muss Teil der Unternehmenskultur werden", sagt Anne van Heerden, Partner und Leiter Forensic KPMG Schweiz. Das Direktorium, die Führungskräfte, die Interne Revision, im Prinzip alle Angestellten, müssen dazu beitragen, "dass das Unternehmen ethische und verantwortliche Geschäftspraktikenerlässt und ausführt."

Ein wirksamer, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichteter Ansatz bezüglich Betrug und Fehlverhalten hat drei Hauptzielsetzungen: Prävention, Aufdeckung und Reaktion. Ein gut formulierter Verhaltenskodex (Code of Conduct) sei einer der wichtigsten Mechanismen, um mit den Angestellten über akzeptable Geschäftsstandards zu kommunizieren.

Angestellte müssen zunächst mittels Mitteilungen und Ausbildung auf ihre Verpflichtungen bezüglich Betrugs- und Fehlverhaltenskontrolle aufmerksam gemacht werden. Während viele Unternehmen einen Ad-hoc-Ansatz pflegen, könne sorgfältiges Planen dazu verhelfen, den Mitarbeitern klar zu vermitteln, dass sie ihre Verantwortung hinsichtlich Kontrolle ernst nehmen müssen.

So genannte Hotlines können es Angestellten und Dritten ermöglichen, Betrug und Fehlverhalten zu melden und Rat zu suchen, wenn nicht klar ist, welche Verhaltensweise angezeigt ist. Da es unmöglich ist, jegliches Risiko hinsichtlich betrügerischen Verhaltens zu überwachen, sollte die Geschäftsleitung einen umfassenden Kontroll- und Überwachungsplan entwickeln, der auf dem Betrugsrisiko-Bewertungsprozess des Unternehmens beruht. Ein solcher Plan würde es ermöglichen, dass hochriskante Angelegenheiten prioritär behandelt würden.

Betrug ist kein Kavaliersdelikt

Proaktive Datenanalysetools - wie zum Beispiel differenzierte, computergestützte Analysen und Aufdeckung nicht offensichtlicher Verbindungen - können bei der Erkennung eines potenziellen Betrugs oder Fehlverhaltens, welches sonst von der Geschäftsleitung möglicherweise jahrelang übersehen werden kann, behilflich sein.

Kommen Informationen bezüglich tatsächlichen oder potentiellen kriminellen Tuns zutage, sollte die Geschäftsleitung umfassende interne Nachforschungen betreiben, indem sie auf die Situation eingeht und damit die Wahrscheinlichkeit einer behördlichen Ermittlung gemindert werden kann.

Ein konsequent angewandtes Disziplinarsystem sei der Schlüssel zur wirksamen Verhinderung von Kriminalität. Obwohl öffentliche Aufdeckungen von Betrügereien für ein Unternehmen peinlich sein können, kann eine Geschäftsleitung dieses Mittel ins Auge fassen, um negative Werbung potentiell zu bekämpfen oder dieser vorzugreifen, Treu und Glauben zu demonstrieren und mitzuhelfen, die Angelegenheit zu beruhigen.

Sobald Betrug und Fehlverhalten auf gedeckt worden sind, kann das Management folgende Schritte unternehmen, sofern diese in der vorliegenden Situation angebracht sind. (juh)

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